Brumlik an Broder & Co: Euer Verhalten ist fundamentalistisch

Kurz nachdem die Überschrift zu diesem Posting fertig war, wachte ich auf und bemerkte: Mich hatte es schon wieder in die Wortspielhölle verschlagen…
In der heutigen taz findet sich ein bemerkenswerter Kommentar von Micha Brumlik, zu Realo-Hoch-Zeiten einer von zahllosen „Vordenkern“ bei den Grünen.
Er kritisiert im Nachhinein das – man muss es so nennen – Vorgehen der pro-israelischen Hardcore-Fraktion um Broder, Küntzel und Co. gegen Wolfgang Benz vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) und der im Dezember 2008 stattgefundenen Konferenz „Feindbild Muslim — Feindbild Jude“. Neben inhaltlicher Kritik weist Brumlik dabei auch auf die vormvollendete Dreistigkeit etwa eines Clemens Heni hin:

„Yehuda Bauer, war dann so nobel, Wolfgang Benz gegen die Anwürfe der Autorengruppe zu verteidigen und ihr unwürdiges Verhalten vorzuwerfen, um sich damit postwendend in der Jerusalem Post die ‚freundliche‘ Antwort eines dieser Autoren, Clemens Henis, einzuhandeln. Bemerkenswert ist es schon, mit welch gönnerhafter Herablassung (Printes Hervorhebung) Heni ausgerechnet Yehuda Bauer, der schon vor Jahren wie kein anderer den radikalen Islamismus in eine Reihe mit dem Nationalsozialismus gestellt hat, charakterisiert: ‚Nun, Bauer ist selbstverständlich ein sehr guter und bedeutender Historiker, und ich lese seine Bücher, vor allem die über den Holocaust und Antisemitismus, stets mit großem Interesse.'“

Brumlik hat vor kurzem eine Kritik des Zionismus in Buchform veröffentlicht, die so lammfromm ausfiel, dass sie im Deutschlandfunk positiv besprochen werden konnte.
Seine Auführungen folgen einer anderen Intention als es in diesem Blog den Anschein zu geben vermag- welche das ist, wird im Perlentaucher – für sich genommen nicht gerade ein Toleranzportal, wenn es um die Rezeption gegenwärtiger Ausdrucksformen „des“ Islam geht – deutlich.
Dennoch: Als politisch korrekter Befindlichkeitsforscher hat mir dieser Satz gegen Ende des besagten Artikels das Herz erwärmt:

„Das differenzierte Bild lässt keinen anderen Schluss zu, als dass die Autorengruppe sich ebenso fundamentalistisch verhält wie die radikalen Islamisten (Printes Hervorhebung): Sie nehmen ohne weitere historische oder soziologische Kontextualisierungen die von Muslimen für heilig gehaltenen Schriften als wörtliche, auch noch heute ungebrochen gültige Handlungsanweisungen. Dieses Verfahren haben übrigens nicht wenige Antisemiten immer wieder mit Genuss auf heute kaum noch verständliche, blutrünstige Passagen der Hebräischen Bibel angewendet.“

Mal schauen, wann Brumlik Besuch von Broder erhält…

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