Von Israel nach Essen: Iris Berben nackt und ungeschminkt wie Kruppstahl


Ausgerechnet unter der Überschrift „Soziales Engagement“ notierte die Welt Anfang 2008 u.a. über Iris Berben:

Nach dem Sechs-Tage-Krieg (Hervorhebung Printe) 1967 reiste Iris Berben erstmals nach Israel. Das Thema Israel beschäftigt sie bis heute.“

Iris Berben, die sich wie kaum eine Zweite für das Existenzrecht des Staates Israels einsetzt (was immer das auch heissen mag), hat einen schweren Fehler begangen.
Oder wie es zu erklären, dass sie, die in der fürs ZDF gedrehten Krupp-TV-Familien-Saga abermals eine „Patriarchin“, diesmal die Bertha Krupp spielt, in einem Werk zu sehen ist, dem man nur allzu flugs das Ettikett „Verkitschung und Verklärung der Nazizeit“ anzuhängen geneigt ist?
Krupp„, so Steffen Grimberg in der taz,

„…umschifft in viereinhalb Stunden die menschlichen Abgründe genauso wie die historischen: Alfrieds Verurteilung und Haft als Kriegsverbrecher wird nur milde gestreift, die ach so geliebten ‚Kruppianer‚, für die sich die prachtvollen Unternehmer aufopfern, sind ohnehin zur tumben Staffage degradiert.“

Nikolaus vom Festenberg legt auf SpOn noch eine Schippe drauf:

„Die TV-Krupps folgen der Devise: Edel sei der Mensch, reich und gut. Das belegen sehr kurze Szenen. Einem versehrten Arbeiter wird ein eiserner Rollstuhl gewährt. Novemberrevolutionäre von 1918 lassen die Krupp-Kapitalisten passieren. Arbeiter stehen Spalier, als der Leichnam des Prinzipals durchs Werk gezogen wird. Brave Kruppianer: Volksgemeinschaft statt Klassenkampf.

Aber bei der Frage der politischen Schuld, der Mitwirkung an zwei Weltkriegen, wird der Film schmallippig. Als es nach 1945 um die Entschädigung von Zwangsarbeitern geht, vernimmt man von Chef Alfried großzügige Worte. Tatsächlich blieben die Zusagen kaum mehr als Almosen. Krupp als Sklavenhalter passt nicht in die Film-Familienwelt.“

Iris Berben, die Verkörperung bundesrepublikanischer political correctness, die unerschrockene Kämpferin gegen Antisemitismus – in so einer Schmonzette von schon anscheinend furtwänglerschen Ausmaßen? Ihren Jugendwahn führt die Berben dem TV-Seher ja fast tagtäglich in ihren Werbespots für Haarpflegeprodukte (zusammen mit ihrer „Mutter“) vor oder in Filmen, in denen sie sich „nackt und ungeschminkt“ selbst befriedigt.
Hat sie ihre Gefallsucht nun soweit gebracht, dass ausgerechnet sie sich dem allgemeinen neudeutschen Mainstream bereitwillig an den Hals wirft?

Oder: Sind jene Art der Parteinahme für den Staat Israel, wie sie in rotnackigen Organen wie der Welt goutiert und von einer Iris Berben, scheint’s, idealtypsch verkörpert wird, sowie der Drang der Deutschen, die Vergangenheit vor 1945 endlich fahren zu lassen, einander gar nicht so wesensfremd?

Manifestiert sich an Bertha Krupp, pardon, Iris Berben, also gleichsam – so exemplarisch wie vor Kitsch triefend -, was Eike Geisel vor seiner Zeit als Erwachsener in Bezug auf bundesdeutsche „Wiedergutmachung“ treffenderweise so beschrieb:

„Die bürgerliche Gesellschaft in der Krise versichert sich in der Schaffung des zionistischen Staates auf zynische Weise ihrer Grundlagen. Die positive Manier verrät nicht nur allzusehr ihre Affinität zum Vergangenen, denn in der philosemitischen Maske ist nur die erneute Besonderung des Juden ins Werk gesetzt worden. Die Unfähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft, die jüdische Frage anders denn durch die Verlängerung der Schmach zu lösen wird nur schlecht durch Bewun­derung kaschiert. Noch in ihrer »positiven Verachtung« des Juden, die in der Unterstützung des zionistischen Unternehmens in Palästina mündet, ist die Absurdität, zu der es die kapitalistische Ordnung gebracht hat, nicht auf die Spitze getrieben. Die Verkehrungen der faschistischen Gesellschaft müssen noch einmal verkehrt werden: man ist sie los und hat sie doch wieder, indem man sie integriert, hat man sie schon abgesondert.“

Möglich wäre das. Oder es ist einfach so, dass es sich bei Iris Berben rundherum von oben bis unten um eine Plastikfigur handelt. In Fritz Gimpls Worten:

„Frau Berben besitzt, entgegen ihren ständigen Beteuerungen, keinerlei Persönlichkeit. Sie verfügt allenfalls über eine Ansammlung von nicht-konsistenten Modellvorstellungen darüber, wie ein Filmstar respektive eine Frau ihres Attraktivitätsgrades zu sein hat und versucht denselben mit Leibeskräften zu entsprechen. Leider sind diese Modellvorstellungen von der Art, dass sie, selbst wenn glaubhaft in die Wirklichkeit umgesetzt, der betreffenden Person wohl nur in der lichtlosen JennyElvers-Welt Respekt und Anerkennung eintragen. Mit anderen Worten: Diese Modellvorstellungen sind abgegriffen bis zur Kitschigkeit. […] ‚Mädchen‘, möchte man da entgeistert ausrufen, ‚kein halbwegs kluger und selbstsicherer Mensch, für den du ja so bitter-dringend gehalten werden möchtest, käme je auf die Idee, so von sich selbst zu sprechen. Was du da von dir gibst, ist blanke Aufschneiderei, die den hässlichen Verdacht nahe legt, dass gerade dort, wo du am lautesten tönst, deine empfindlichsten Schwächen sitzen. Kein Mensch, der selbstsicher ist, hat es nötig zu behaupten, er sei dies. Er lebt das stattdessen schlicht und einfach vor. Einer, der von sich sagt, er laufe keinem Trend nach, dem ist wohl entgangen, dass es schwer im Trend liegt, gegen den Trend zu sein. Jemand, der sich selbst als ‚kreativ‘ bezeichnet, handelt mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließlich auf Anweisung Dritter. Und wer sich so ausdrücklich für eifersuchtsfrei erklärt, den reißt es vermutlich bei der kleinsten Avance einer Nebenbuhlerin innerlich in tausend Stücke. Und so weiter und so fort. Mit Fug und Recht darf man also annehmen, dass Iris Berben das, was sie zu sein oder zu können vorgibt, gerade nicht ist oder kann.“

Jedenfalls: Iris Berben hat einen Fehler gemacht…

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3 Gedanken zu “Von Israel nach Essen: Iris Berben nackt und ungeschminkt wie Kruppstahl

  1. Ich habe immer noch den Werbespot vor Augen, in dem ihr weißer Schlüpfer zwischen ihren Beinen hervorblitzt. Hach, der Jugend- und Schönheitswahn…
    „Soziales Engagement“ muss halt auch unbedingt attraktiv sein…

    Und: „Sind jene Art der Parteinahme für den Staat Israel, wie sie in rotnackigen Organen wie der Welt goutiert und von einer Iris Berben, scheint’s, idealtypsch verkörpert wird, sowie der Drang der Deutschen, die Vergangenheit vor 1945 endlich fahren zu lassen, einander gar nicht so wesensfremd?“

    Der Verdacht drängt sich zumindest auf!

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    1. Vielleicht, weil der Artikel empfohlen wird, wenn du anderswo einen Blogartikel als „gefällt mir“ markierst. War zumindest gerade bei mir so. Aber ist doch gut: ich habe schon wieder was gelernt.

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