Solidarität, die durch den Magen geht


Weiss Gott, ich kann der Betreiberin des Blogs Tel Aviv Sequenzen wirklich nicht in allen Aussagen zustimmen. Die „unerträglich[e]“ mediale Berichterstattung sei schuld daran, so schrieb sie Anfang des Jahres im Kontext der israelischen „Operation“ in Gaza, dass in der Türkei ein Freundschaftsspiel zwischen einem türkischen und einem israelischen Basketballteam abgebrochen werden musste. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Im Übrigen: Wenn Spiele abgebrochen werden, dann aufgrund der Übermacht hirnamputierter Vollidioten…
Was immer Israel mache, alles werde gegen es ausgelegt. Und wieder: Kann man so sehen, muss man aber nicht…
Aber dann kommt sie auf eine Demo in Berlin zu sprechen: „Solidarität mit Israel“. Und was sie dann schreibt, ist an Schönheit kaum zu überbieten.

„Am 11.Januar.2009 wird in Berlin zur ‘Solidarität mit Israel’ aufgerufen.
Diese Art der Solidaritätsbekundung spricht mich nicht an.
Natürlich solidarisiere ich mich mit Israel, aber das ist nicht der Punkt.
Mit welcher Botschaft würde ich mich zum jetzigen Zeitpunkt am ehesten identifizieren. Welche Demonstration würde ich mir in Berlin wünschen.
Wen will ich auf den Strassen sehen, um ein kleines Zeichen zu setzen, um einen Funken der Hoffnung und Menschlichkeit zu spüren.
Das Motto: „Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein“ könnten wir direkt aus Tel Aviv hierher importieren.
Nach der Kundgebung würde am Görlitzer Park eine lange Esstafel auf uns warten, garniert mit den entsprechenden kulinarischen Spezialitäten.
Musiker würden den Park beschallen – das Leben wäre für einige Stunden schön, bunt und lecker. [Hervorhebung von Printe]
Die Menschen, die in Tel Aviv auf die Strassen gehen und „Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein“ rufen, sind ganz bestimmt keine ‘Israelhassenden Israelis‘. Sie haben, genau so wie ich, diesen Teufelskreis satt, fürchten zu recht den Bumerangeffekt. Sie haben Angst. Sie sehnen sich nach Stabilität, dass endlich Ruhe in die Region einkehrt, dass die Bühne für die Diplomatie freigemacht wird.“

Solidarität hat immer mit den eigenen Befindlichkeiten zu tun. Das kann unangenehme Folgen haben, wie so mancher bestätigen mag, der beispielsweise in seiner Familie generationenübergreifend über Israel/Palästina etc. disktutiert hat; das kann sich aber auch famos auswirken auf das eigene Wohlbefinden – besonders wenn bei den eigenen Befindlichkeiten die Zeichen auf Hunger!!!! und Lust auf gute Musik!!! stehen. Zum letzten Punkt fällt mir noch ein: Checkt mal The Unternationale aus (wieder vielen Dank an Cheb)!

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