"Das Schönste auf der Welt, was Füße tun können, ist Tanzen." (Kermit)

Am 11.9.2001 hielt ich mich in Jerusalem auf, ich weiss sogar noch, wo ich war, als ich die ersten TV-Bilder von den Flugzeugen in den Twin Towers zu Gesicht bekam. Ich weiss auch noch, dass zu der Zeit sehr häufig über angebliche Freudentänze von Palästinensern berichtet wurde, die angeblich über den Terror-Angriff auf New York gejubelt hätten. Oftmals zeigte man Bilder, wie dieses – auch wenn sich sehr bald herausstellte, dass diese Bilder älteren Datums waren. Ihren propagandistischen Zweck, nämlich Amerika und Israel ideologisch als eine Front im War on Trrrism [bei George W. Buch wusste man nie, wen er mehr verabscheute: terrorists oder tourists…] darzustellen, erfüllten die Aufnahmen zweifellos. Das Image des blutrünstigen Arabers, der von Natur aus ein Judenfeind sein soll, erhielt, seitdem es mit Beginn der Zweiten Intifada im Jahr 2000 immer mal wieder aufs Neue beschworen wurde, weiter Nahrung.
Im Kontext der israelischen Gaza-„Operation“ wurden auch Aufnahmen tanzender religiöser Juden veröffentlicht. Über die Authetizität solcher Bilder allzu verlässliche Angaben zu machen, steht mir nicht wirklich zu. Vielleicht erweisen sie sich ebenfalls als Fälschung. Die Tatsache, dass Bilder mit tanzenden Menschen, die über massenhaftes Sterben jubeln, macht einen schon wirklich fassungslos. Wenn solche Bilder von den Fanclubs der jeweiligen Gegenseite im Konflikt zu Propagandazwecken ausgenutzt werden, wird mir nochmal ganz anders… Für viele scheint Solidarität nicht anders zu funktionieren: Die eigene Seite wird romantisiert, die andere dämonisiert. Es werden Aufrufe zum „klaren Bekenntnis“ bzw. „zur bedingungslosen Solidarität“ gestartet, und alle Menschen erstarren zur Salzsäule. Durch die pro-israelische oder pro-palästinensische Brille betrachtet, verkommen Menschenleben zur bloßen Bestätigung („Siehst du? Die Israelis/Palästinenser sind Nazis…“) des je eigenen Standpunkts. Und so sehen sich Menschen gezwungen, die israelische Besatzung zu beschönigen oder aber Selbstmordanschläge auf Zivilisten zu rechtfertigen. Und wenn ihnen die Gesprächspartner ob ihres unerträglichen Geredes abhanden kommen, fühlen sie sich sogar noch geadelt als unerschrockene Kritiker, die den Finger in Wunden legen, die andere nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würden…
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