Nur in der WELT: Der „deutsche Konservative“ gegen Daniel Barenboim

Weltberühmter Maestro und Pianist, erfahrenster Wagner-Dirigent weltweit, Klavierbegleiter von Bartoli, Villazón, Quasthoff & Co., Beschützer und Best-Buddy der Berliner Staatskapelle. Politisch denkender Jude, der die deutsche Kultur liebt und mit Israel scharf ins Gericht geht. [Hervorhebung von Printe]

Das darf sich die Welt natürlich nicht bieten lassen. Ihr ahnt, was ich meine. Barenboim, ist ein äußerst prominenter und dabei auch noch jüdischer Kritiker der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, und was im obigen Zitat schon Anfang 2008 zum Ausdruck gebracht worden ist, das hebt die einstige Frontstadt-Zentral-Postille Welt in letzter Zeit immer einmal wieder gern und deutlich hervor: Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor ist ein Problem für die Staatsoper Berlin (- und daher für die Kultur in Deutschland, und daher für Deutschland). Barenboim, so sieht es vor allem Manuel Brug aus dem Kulturressort des Blattes, ist egozentrisch, leitet Proben, ohne die Inszenierung zu kennen. Unter Barenboim hat es künstlerischer Nachwuchs schwer, weil Monsieur sich lieber in der großen weiten Welt herumtreibt. In der heutigen Ausgabe von Welt Online nun wirft ihm der Regisseur Stefan Herheim vor, Barenboim lasse es an Hingabe an die zu erfüllene Aufgabe vermissen:

Vor vier Jahren hat er mit Verdis „Macht des Schicksals“ an der Berliner Lindenoper 2005 schlechte Erfahrungen gemacht. Trotzdem kehrt Stefan Herheim jetzt mit „Lohengrin“ dorthin zurück. Was er bitter bereut. Dabei war es Daniel Barenboim, der unbedingt mit ihm arbeiten wollte.

Die Premiere wurde sogar um zwei Spielzeiten verschoben, um das Haus bis dahin Herheim-fit zu machen. Doch jetzt hatte er nicht nur über zwei Wochen während der finalen Probenphase keinen Lohengrin und keinen König Heinrich, weil beide Sänger erkrankt waren – die Lindenoper wollte oder konnte auch keinen Ersatz auftreiben.

„Es ist beinahe schlimmer als letztes Mal“, sagt Herheim, „hier fehlt der Geist eines musiktheatralen Konsenses. Barenboim scheint mir wie ein hoher Gast im eigenen Haus zu operieren, der kommissarische Intendant fungiert als sein Assistent. Sie haben die szenischen Proben kaum verfolgt. So fördert man nicht gerade die Neugierde, wie Musik und Theater zusammengeführt werden können.“ Dabei sei der Stardirigent durchaus guter Stimmung, freue sich, dass einer weiß, was er will und verzweifelt, weil davon nur so wenig realisiert wird. Niemand ziehe aber Konsequenzen daraus. „Hier ist einfach zu viel Sand im Getriebe, zu viel Disziplinlosigkeit, die ganz oben beginnt und die auch den Chor spaltet. Einem Teil davon würde ich aufgrund von maßloser Ignoranz sofort kündigen.“ Ähnlich hart hatte sich zuletzt der Regisseur Martin Kusej im Jahre 2004 vor seiner „Carmen“-Inszenierung mit Daniel Barenboim geäußert. [Hervorhebungen von Printe]

Tja, und wenn der Fisch vom Kopf her stinkt, kein Wunder, dass der Laden total versaut… Und wenn so ein schlampiger, israelkritischer Wanderjude, der überall nur Gast, aber nirgends zu Hause ist, die Disziplin, ach, den Geist der Truppe unterwandert, was soll da schon klappen? Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt, aber wie war das noch mit Springers unternehmerischen Grundsätzen? Wenn es im Einklang mit diesen Grundsätzen steht, einen Journalisten wie Manuel Brug auf Barenboim anzusetzen und ihn, in tiefer Sorge um Israel, versteht sich, Barenboim unter Zuhilfenahme einiger besonders fragwürdiger, äh…, Bilder (um es milde auszdrücken) ans Bein pissen zu lassen – ist das dann Qualitätsjournalismus? Vor einigen Jahrem – vor der Zweiten Intifada, vor dem 11.9.2001 – als Antideutsche noch keinen ihrer zahlreichen Brüche mit „der Linken“ vollzogen hatten, schrieb Clemens Nachtmann über das Blatt Die Welt und seine Zielgruppe:

Der deutsche Konservative ist der konformierende Asoziale par excellence, seine Betonung von Sitte, Anstand und Konvention nur die Reaktionsbildung auf eine schier übermächtige triebhafte Aggressivität. Der deutsche Konservative ist ist das lebende Mahnmal mißlungener Zivilisation und sein Organ die WELT…

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