Human Rights Watch über Hamas – Was bedeutet "Solidarität mit den Palästinensern"?

Der Leipziger Sozialwissenschaftler Peter Ullrich erzählte vor einiger Zeit bei einem Vortrag, den er anlässlich der Veröffentlichung seiner großartigen Untersuchung Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland in Oldenburg hielt, wie sich britische Linke, offenbar zur Bestärkung ihres eigenen Anti-Imperialismus‘, sich nicht zu dumm gewesen seien, auf großen Konferenzen Hamas-Vertreter sprechen zu lassen und ihnen stehend zu applaudieren oder auch sie „herzlich zu beglückwünschen“.
Ich erinnere mich in diesem Kontext an die Teilnahme an einem Workshop des Israeli Committee Against House Demolitions – eine alles in allem erfreuliche Veranstaltung -, sieht man einmal davon ab, dass die teilnehmenden Briten und Amerikaner – darunter das Ehepaar Kathleen und Bill Christison – Hinweisen meinerseits, dass Israelkritik durchaus etwas mit Antisemitismus zu tun haben könne, eher unschlüssig bzw. mitleidig begegneten: „Oh well, you’re German…“.
Von jenen Akteuren im linken Nahostdiskurs, die sich nicht einmal dafür zu schade sind, sich auf die Seite Ahmadenijads zu stellen, ganz zu schweigen!

Was also werden diese Linken, von denen es auch hierzulande nicht wenige gibt, zum jüngsten Bericht von Human Rights Watch über die Menschenrechtsverletzungen in Hamastan sagen?

Die Hamas soll Angriffe auf politische Gegner und angebliche Kollaborateure in Gaza beenden, bei denen seit der jüngsten Militäroffensive Israels mindestens 32 Palästinenser getötet und einige Dutzend weitere verletzt wurden, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Human Rights Watch forderte die Hamas-Behörden in Gaza auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. […] Die Angriffswelle begann mit der israelischen Militäroperation vom 27. Dezember 2008 bis 18. Januar 2009: Bei einer Massenhinrichtung in Gaza wurden 18 Männer getötet, die meisten von ihnen wurden der Kollaboration mit Israel verdächtigt. In den drei Monaten nach Beginn dieses Feldzugs wurden 14 weitere Menschen getötet, mindestens vier von ihnen in Haft.

Alles Propaganda? Was bedeutet angesichts der im Bericht beschriebenen Entwicklungen heisst nun „Solidarität mit den Palästinensern“? Mit wem genau fühlt man sich da verbunden? Let’s think about it…

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