Netanyahu schlingert, Clinton tanzt Pirouette.

Die israelische Regierung schlingert, was an den widersprüchlichen Äußerungen Avigdor Liebermans zur Möglichkeit von Friedensgesprächen mit Syrien gesehen werden kann; aber auch an den Regierungschef muss die Frage gestellt werden: Was willst du eigentlich?
Wenn man Noam Sheizaf liest, fühlt man sich daran erinnert, was den Planern des letzten Irak-Kriegs auf Seiten der Amerikanern und ihrer Verbündeten (nicht) durch den Kopf gegangen war: „It seems that Netanyahu planed his comeback for 10 years, but never got to thinking about the things he wishes to achieve.“
Sheizaf vertritt eine ähnliche Auffassung wie Roger Cohen, Kolumnist der New York Times. Sheizaf: „The current coalition won’t allow any concessions – let alone a full agreement of any sort.“ Cohen: „Remember that the Israeli prime minister and his right-wing Likud party have still not accepted even the theory of a two-state solution.“ Und so warnte US-Außenministerin Clinton die israelische Regierung in der Frage der Gestaltung zukünftiger Friedensgespräche, so Cohen, „to get off ‚the sidelines'“.
Nicht nur die neue israelische Regierung schlingert. Auch die US-Regierung begibt sich, wenn sie ihre Nahoststrategie nicht überdenkt, aufs Glatteis.
Nach den Worten von Rabbi David Saperstein, Mitglied im Beraterstab von Präsident Obama, Abteilung Religiöse Angelegenheiten, kann es für wahre Freunde Israels ohnehin nicht darum gehen, dem Staat Israel und seiner Politik einen Blankoscheck auszustellen.

„If I see my brother or sister doing something that I believe is truly harmful
to them – I’m going to say something even if they are adults that make their own
decisions,“ he said. „You don’t really show your love to someone by remaining
silent when they’re doing something counterproductive or might harm someone else
– if you will say that in order to be supporter of Israel you must agree with
all its policies – you’re going to alienate millions of people who think of
themselves as active Israel supporters.“

Einen ähnlichen Standpunkt nimmt auch Uri Avnery ein.
Nach Sapersteins Einschätzung wäre es effektiv, wenn sich Kritiker der israelischen Siedlungspolitik dazu entschlössen, AIPAC beizutreten. Diesem Standpunkt zuzustimmen, widerstrebt mir. AIPAC würde all diese Kritiker schlucken bzw. als Feigenblatt für seine als monolithischer Block definierte Israel-Solidarität missbrauchen. Dann schon lieber J Street! Dennoch stimmen die zu vernehmenden Signale aus Washington auf eine ganz verhaltene Art und Weise hoffnungsvoll. Das Eis wird dünner.

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