Ha’aretz: "The U.S. national security adviser did not mention Israel as party to these consultations."

Wenn es aus den Reihen der Obama-Administration heisst, der neue US-Präsident wolle eine aktivere Rolle bei der Regelung des Nahostkonfliktes spielen, so bedeutet das im Rückblick auf seinen Vorgänger im Amt, George W. Bush, zunächst einmal herzlich wenig. Wenn der Stabschef im Weißen Haus, Rahm Emmanuel bei der AIPAC-Jahreskonferenz dem versammelten Israel-Fanclub zwar versichert, die Beziehungen zwischen Israel und den USA sei unzerstörbar, aber gleich hinzugefügt, dass „this is the moment of truth for Israel and the Palestinians“, dann bekommt man dann doch den Eindruck, dass Bibi Netanyahus anstehender US-Besuch nicht ganz so symbolisch, bedeutungsleer- kurz: nett – sein wird, wie es sich Israels neuer Premierminister wünschen würde. Anders als Netanyahu vertritt Obama den klaren Standpunkt, dass eine Regelung des Konfliktes auf der Basis einer Zwei-Staaten-Lösung der einzige Weg in die Zukunft für Israelis und Palästinenser sei. Man muss dieser These nicht zustimmen, aber die Anzeichen verdichten sich im immer zunehmenden Maße, dass etwas Entscheidendes passieren wird. Das Eis für Netanyahu wird dünner und dünner.
Wie aus nicht genannten Quellen hervorgeht, hat es laut Ha’aretz in der letzten Woche ein Gespräch zwischen einem – ungenannt gebliebenen – Minister der EU und General James Jones, seines Zeichens Nationaler Sicherheitsberater Obamas – gegeben.

„The new administration will convince Israel to compromise on the Palestinian question,“ Jones said. „We will not push Israel under the wheels of a bus, but we will be more forceful toward Israel than we have been under Bush.“
Jones is quoted in the telegram as saying that the United States, European Union and moderate Arab states must redefine „a satisfactory endgame solution.“
The U.S. national security adviser did not mention Israel as party to these consultations.

Starke Worte. Israel wird von den USA nicht unter die Räder gebracht, muss aber mit mehr Druck aus Washington rechnen. Die USA will mit der EU und moderaten – was immer das heißen mag – arabischen Staaten Möglichkeiten für einen angemessenen Entwurf für einen Friedensschluss ausloten – und Jones „vergisst“ in diesem Zusammenhang, Israel mit einzuschließen. Harter Tobak, das.
Die USA sind dabei, ihre Nahoststrategie zu ändern. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung der Zug fahren wird. Dass er – um im Bild zu bleiben – überhaupt die Fahrt antritt, sollte uns nicht allzu hoffnungslos [sic!] stimmen. Für Strategen und Apologeten des Staates Israel und dessen Besatzungs- und Siedlungspolitik könnte ein Kartenhaus – gemeint: das blinde, aber auch arrogante Vertrauen, Amerika werde nichts unternehmen, was Israel nicht gutheißen kann – zusammenbrechen. Wenn jetzt auch noch Ahmadenijad sein Amt verliert…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s