Nur in Tachles: "Die Sterne am israelisch-amerikanischen Himmel haben auch schon strahlender geglänzt."

Scheinbar unbemerkt von der hiesigen medialen Öffentlichkeit zeichnet sich zwischen den USA und Israel offenbar ab, was Phil Weiss als „the end of the special relationship as we know it (and I feel fine)“ bezeichnet. Nur in dem jüdischen Magazin Tachles (aus der Schweiz) wird entsprechend Klartext geredet:

Zwischen Obama und Netanyahu herrscht zwar noch nicht wirklich Konfrontationsstimmung, doch die Sterne am israelisch-amerikanischen Himmel haben auch schon strahlender geglänzt. Der Grund dafür – und das wird Netanyahu zu spüren bekommen, wenn er am 18. Mai seine Aufwartung im Weissen Haus machen wird – sind mehrere sich abzeichnende Trendverschiebungen der US-Nahostpolitik. Allem voran ist die Zweistaatenlösung heute nicht mehr nur eine von Washington unterstützte und von Jerusalem und Ramallah portierte Variante, vielmehr hat die US-Administration dieses Konzept zu der Lösung erklärt, die klar in amerikanischem Inter¬esse liegt. Gleichzeitig brachte der Regierungswechsel in Israel eine Veränderung in entgegengesetzter Richtung in Gang. Netanyahu brachte etwa vor dem AIPAC-Publikum die Begriffe «Palästinenserstaat» und «Zweistaatenlösung» nicht über die Lippen, obwohl Vizepräsident Joseph Biden vor der AIPAC die Annahme dieser Lösung ebenso von Israel forderte wie ein Ende des Siedlungsbaus, die Räumung unbewilligter Aussenposten und die Gewährung der Bewegungsfreiheit für die Palästinenser. Mit der an das israelische Publikum gerichteten Nebenbemerkung, man höre dort seine Worte nicht gerne, dürfte Biden ins Schwarze getroffen haben. Ins gleiche Horn stiess übrigens auch der französische Aussenminister Bernard Kouchner, der in Paris seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman klaren Wein einschenkte: Die Passagen seien den Palästinensern zu öffnen, der Siedlungsbau zu beenden und Verhandlungen unverzüglich aufzunehmen. Europa will ganz offensichtlich den Anschluss an die von den USA vorangetriebene «nouvelle vague» nicht verpassen.

Hierzulande darf man sich den beschriebenen Wetterwechsel herbei interpretieren, wenn man bemerkt, dass sogar eine Bundeskanzlerin Merkel Forderungen an Israel stellt.

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