Fußball und sein Umfeld: Wo mehr Menschen, da mehr Arschlöcher

VfL Osnabrück hat am Freitag einen eminent wichtigen Sieg gelandet: Mit 2:1 wurden die Aachener „Printen“ geschlagen. Laut NOZ, die ich auf dem Treppenabsatz im Korridor unseres Mietshauses fand, ist den Lila-Weißen damit ein Befreiungsschlag gelungen. Zwar befindet man sich noch immer im Tabellenkeller der Zweiten Liga. Punktemäßig konnte die Mannschaft von Claus-Dieter „Pele“ Wollitz aber einigen Boden gegenüber den unlängst ja schier enteilten Mitkonkurrenten gegen den Abstieg gutmachen. Trotz Sieg gegen die mir ohnehin nicht sonderlich sympathischen Öscher wirkte Trainer Wollitz bei der Pressekonferenz angefressen. Warum? Wollitz, so steht es im Vflog,

ist ein sensibler Mensch, sehr sensibel sogar für Fußballlehrer-Verhältnisse. Und er nimmt sich öffentliche Wertschätzung zu Herzen, sehr sogar für Fußballlehrer-Verhältnisse. Das Problem in Osnabrück ist – gefühlt mehr als in anderen Fußball-Metropolen – die irrsinnig schnell einsetzende Nörgelei.

Fans pfeifen und motzen, und die Journaille tut ihr Übriges dazu, so dass wichtige Siege nicht ausschließlich für Ausgelassenheit und Erleichterung zu sorgen scheinen, sondern von besagtem sog. „Umfeld“ zum Anlass genommen werden, sich in albernen Machtspielchen zu üben, die nichts Anderes zum Vorschein bringen als die Provinzialität und Borniertheit.
Ein Lied davon zu singen, weiss man bekanntlich auch in Gladbach. Zu Bökelbergzeiten mochte man sich darüber ärgern, dass man als Nicht-Dauerkartenbesitzer nur zu den vermeintlich unattraktiven Partien unbesorgt die Reise nach Gladbach antreten konnte, um mit Sicherheit noch ein Ticket zu ergattern. 35.000 passten rein ins Stadion. Im Borussia-Park ist das anders. 54.000 Plätze sorgen für eine “ zeitgemäße“ Stadion-Atmosphäre (Family-Block, Ultras,…). Mehr Leute passen rein. Und wo mehr Menschen sind, steigt auch die Zahl der Arschlöcher, in diversen Fanforen – wo sich ja bekanntlich die wahren Anhänger treffen – „Mode-Fans“ genannt. Besagte Arschlöcher sind ebenfalls Teil des Umfeldes. Man liest Bild und Express und glaubt „Experten“ wie dem „Psycho-Doktor“ „Dr. Kuhl“, in einem WZ-Interview auch „Herr Kuhl“ genannt:

Kritisiert wird auch sein [Hans Meyers] Umgang mit dem Jung-Nationalspieler Marko Marin, den er mal stark kritisiert, und oft gar nicht einsetzt – auch, um ihn zu entwickeln. Wie beurteilen Sie das?
Kuhl:
Der Entwicklung von Potenzial bei einem Spieler dienen diese Maßnahmen nicht. Das schafft man damit nicht. Letztendlich hat man ja auch gemerkt, dass Meyer unglaublichen Gegenwind aus der Presse bekommen hat. Das bekommt eine Mannschaft ja auch mit. Ein Trainer, der in der Öffentlichkeit aufgrund seiner Selbstdarstellung kritisch gesehen wird, gibt der Mannschaft im Abstiegskampf keinen Rückenwind.

Und ein Psycho-Doktor, der in der Öffentlichkeit aufgrund seiner Selbstdarstellung kaum seriös, sondern eher gefallsüchtig wirkt, muss die nächste Runde beim DSF-Fußballstammtisch bezahlen.

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