Titanic!

Sie, die Evelyn Hecht-Galinski (nicht) als jüdische Antisemitin hingestellt haben, weil/obwohl „lt. Gerichtsbeschluß“ H.M. Broder dies auch nicht darf, mögen es gar nicht, wenn die israelische Armee mit der Waffen-SS gleichgesetzt wird. Schon gar nicht von besagter Dame! Die ist nämlich nichts Anderes für Sie als eine „Alibijüdin“. Die „schickt die einschlägig vorbestrafte Junge Welt … immer dann vor, wenn Antisemitismus nicht danach riechen soll“. Und tatsächlich, Hecht-Galinskis wenig feinen Andeutungen – von wegen neue israelische Minister auf „braunen Stühlen“ – sind wahrlich nicht das, was Sie „die ganz feine Klinge“ nennen mögen.
Warum also der Jungen Welt Platz für Werbung in Ihrem Blatt einräumen – in der neuesten Ausgabe zwei Seiten (S. 8) vor dem „Brief an die Leser“ bzwe. Evelyn Hecht-Galinski (S. 10)?
Warum besagten Brief nur in der Print-Ausgabe, nicht aber in Ihrem Online-Auftritt? Hat Hilke Raddatz, laut Impressum, für die „Briefe an die Leser“ – zumindest imMai 2009 – verantwortlich, kalte Füße bekommen? Kommen Sie, einiges ist da doch ganz nett gelungen – z.B. die Wortspielchen mit dem „Gestapo-Versand“ oder den „Göring-Möbelwerken“.
Hecht-Galinskis Schnack vom „‚lieben‘ Lieberman“ ist nun wahrlich kalter – wenn auch nicht brauner Kaffee. Aber das sehen Sie ja anders:
„Sie als antisemitelnd kalauernde Alibijüdin der nationalen Sozialisten von der JW betrachten sich wohl als Hecht-Galinski im Arschlochteich, was?“
Das mit den Kalauern – geschenkt. Humor ist nunmal eine Frage des Timings. Und niemand verlangt, dass Sie die gute Frau in Ihrem Blatt mitschreiben lassen. Aber was Antisemitismus angeht: Da haben Sie sich ja einen ganz schönen Broder geleistet. Antisemit ist, wer Israels Militär mit der Waffen-SS vergleicht? Wirklich? Geht’s nicht ein Quentchen kleiner und weniger zwanghaft? Ist dieser Jemand nicht erstmal ein Dummkopf? Würde das nicht reichen? Da bringt jemand ein paar entsprechend dumme Vergleiche – das ist natürlich unschön. Aber auch hier muss Humorkritik geübt werden. Nur wer den Broder macht, weiss, was richtig ist? Wer Antisemit ist? Was ein guter Jude/ eine gute Jüdin ist? Nur der darf Hitler-, Holocaust- und Nazivergleiche anstellen, ohne als „vorbestraft“ gelten zu müssen? Und warum Sie ausgerechnet bei einer jüdischen Autorin dummer Zeilen „dermaßen“ (Marius-Müller Westernhagen) die Contencance verlieren, also ehrlich gesagt…
Ich merke an dieser Stelle, dass mein Plan, einen Titanic-„Brief an die Leser“ stilmäßig zu imitieren, nicht wirklich aufgegangen ist.
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