Saberi und Hass: Zwei Reporterinnen ohne Grenzen

Roxana Saberi, US-amerikanische Journalistin, darf nun, nachdem sie aufgrund von Spionagevorwürfen gegen sie im Iran im Gefängnis saß, wieder ungesiebte Luft atmen und nach Hause zurückkehren. Die Spionagevorwürfe gegen Roxana Saberi, so FAZ online, „haben offenbar im Zusammenhang mit einem geheimen Bericht der iranischen Regierung über den Krieg im Irak gestanden.“ Nachdem „ein Revolutionsgericht“ die lecker anzuschauende Reporterin zu acht Jahren Gefängnis verurteilt hatte, „ehe an diesem Montag ein Berufungsgericht die Haftstrafe auf zwei Jahre abmilderte und zur Bewährung aussetzte“. „Die zweiunddreißigjährige Saberi war im Januar in Teheran zunächst festgenommen worden, weil sie angeblich eine Flasche Wein kaufen wollte – im streng islamischen Iran eine Straftat.“ Nicht nur Reporter ohne Grenzen, sondern weite Teile des hiesigen leitmedialen Meinungsspektrums können sich vor Freude über die Berufungsentscheidung kaum einkriegen. Eine weitere Reporterin „ohne Grenzen“ geriet dieser Tage in Konflikt mit sog. „Sicherheitsbehörden“. Die israelische Journalistin Amira Hass wurde am Checkpoint Erez beim Versuch, nach Israel einzureisen, von israelischen Grenzsoldaten verhaftet. Tatbestand: Auch einer israelischen Journalistin ist es nicht erlaubt, den Gazastreifen – Feindesland! – zu betreten. Wie die Frau eigentlich in den Gazastreifen hineingelangt ist, fragt man sich. Und man wundert sich, dass derartige Informationen hierzulande niemanden zu irgendwelchen Gefühlsausbrüchen hinzureißen scheinen.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s