Rudolf Walther, Peter Steinacker und die Piusbrüder

Natürlich ist Rudolf Walther nur zuzustimmen, wenn er zum Ausgang des Kermani-Skandals um den Hessischen Kulturpreis – einem von der Wiesbadener Landesregierung und Ministerpräsident Roland Koch ausgelobten Staatspreis – feststellt:

Ein Abgrund von Herablassung und Verhöhnung öffnet sich – und Koch babbelt von „respektvollem Umgang“. Nun werden die arroganten Christenleute unter sich bleiben bei ihrem „religionsübergreifenden Dialog“, und Koch moderiert das Schmierentheater.

Selbstverständlich haben die verehrten Freitag-Linken recht: Religion hat schon viel Böses angerichtet. So populär wie auch wohlfeil ist die Ansicht, Glaubensdinge sollten Privatangelegenheiten bleiben. Ich bin da anderer Meinung – zumal von Seiten dieser Linken dann trotzdem öffentlich zu Fragen der Religion Stellung genommen und einiges durcheinander gebracht wird. Walther im oben verlinkten Text:

Kermanis „Angriffe“? Er fand das Kreuzigungsbild „so berührend, so voller Segen, dass ich am liebsten nicht aufgestanden wäre. Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man –, ich könnte an ein Kreuz glauben.“ Strenggläubige Muslime könnten das als Ketzerei betrachten, aber die beiden Christen Lehmann und Steinacker brachen den „Dialog“ ab, bevor er beginnen konnte. Bedenkenlos begibt sich Rom ins Gespräch mit den stockreaktionären, tendenziell antisemitischen Piusbrüdern, verweigert aber dem aufgeklärten Muslim Kermani den Dialog.

Die beiden Christenmenschen zu kritisieren für ihren Mangel an interkultureller Kompetenz, vielleicht sogar für ihre Leseschwäche, ist richtig und notwendig. Roms Neigung, mit progressiven Kräften innerhalb der katholischen Kirche drakonisch, mit reaktionären Arschlöchern eher hilflos-gnädig umzugehen, ist bekannt und zweifellos ärgerlich. Was aber hat Peter Steinacker, ehemals Kirchenpräsident von Hessen und Nassau – ein protestantischer Würdenträger also – mit Rom zu tun? Sei’s drum, im Freitag nimmt man es mit der Religion nicht so genau – es sei denn, man benutzt sie, um sich gegenseitig zu versichern, wie recht man habe und wie einig man gehe.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s