Fatah = Korruption, Hamas = Resignation

In der Zeitung Asharq Alawsat wird berichtet, wie – im Zusammenhang mit dem anstehenden Fatah-Parteikongress – von Seiten der iranischen Regierung alles unternommen wird, den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas (aka Abu Mazen) zu diskreditieren und stattdessen – wen wundert’s – Hamas als die eigentlich treibende Kraft zur Befreiung Palästinas zu protegieren. Man muss wahrlich kein Fan von Abu Mazen, der sich in den letzten Jahren keinen noch so sinnlosen Fototermin mit politischen Nobilitäten vom Schlage eines Tony Blair, George W. Bush, Ariel Sharon, Ehud Olmert oder der Damen Condi Rice oder Tzipi Livni hat nehmen lassen. Es besteht zudem mancherlei Grund, die Palästinensische Autonomieregierung für ihre Korruption und Inkompetenz, für die von ihr begangenen zahlreichen Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren und ihr ein gerüttelt Maß an Mit-Verantwortung für den jeweiligen – von Israels Siedlungspolitik definierten – Status Quo zuzugestehen. Es ist somit nicht völlig falsch, Fatah ähnlich zu be- und verurteilen. Aber – und ich weiss, dass diese Frage nicht gerade zeitig kommt: Hamas???
Asharqs Chefredakteur Tariq Alhomayed meint dazu: Hamas hat die Sache der Palästinenser zerschlagen und einige Filetstücke dem Iran zukommen lassen:

It has done nothing but split the Palestinian Cause and hand it over to Iran, and has deepened the suffering of the people of Gaza. Hamas took part in the Palestinian elections knowing in advance that this only came about as a result of the Oslo Accords, so if the movement rejects these Accords, why did it accept [taking part in] the elections?

Insgesamt kommt mir Abu Mazen in besagtem Artikel viel zu gut weg, scheint mir der Autor doch zu stark der Idee nachzuhängen, dass den Palästinensern hauptsächlich daran gelegen sein müsse, die Nähe zum Westen zu suchen. Schon lange steht Fatah nicht mehr für den Kampf der Palästinenser um Würde und Unabhängigkeit – zu verkommen ist der Laden.
Aber: Hamas steht für Resignation und Selbstaufgabe. Nicht nur die Idee von einem säkularen, demokratischen Palästina, sondern die Geschichte der Palästinenser droht, von Hamas zu Grabe getragen zu werden. Stehen beide zusammen also für Kapitulation?

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