Fear and Loathing in Israel-Palestine

Welche Gefahr von der jüdischen Siedlerbewegung ausgeht – für den Friedensprozess, für die israelische Gesellschaft, für Leib und Leben für israelische Linke, für Leib, Leben, Besitz und Land von Palästinensern und ihren Familien in der Westbank, das wird an André Martys kurzer Reflexion über einen „Siedler, das friedliche Wesen“, deutlich.

Seine Biografie liest sich wie das 1 mal 1 der rechten Flanke Israels: Betar Youth Movement;eine für den revisionistischen Zionismus stehende Jugend- Organisation Academy for National Studies; an diesem Institut, das niemand kennt, hat er mit einem Mitglied der Untergrund-Organisation Le(c)hi gearbeitet, der radikalsten der radikalen Kämpfer gegen das britische Mandat. Israels Media Watch; ist genau das, was Sie sich darunter vorstellen. Menachem Begin Heritage Center; die Erinnerung hochhaltend an einen nicht gerade für Toleranz und Vermittlerfähigkeit bekannten Verstorbenen. Columnist Jerusalem Post; ein zum politischen Revolverblatt mutiertes „So-denkt-der-Stammtisch“-Produkt von Teils beachtlichem Hang zur Unausgewogenheit. Arutz 7 Radio, sicher nicht bekannt für seine offene Berichterstattung. Und er bezeichnet sich als „unofficial spokesperson for the Jewish Communities in Judea & Samaria“; er ist also mit anderen Worten die Stimme der Siedler im besetzten Westjordanland. In seinem Blog ist soeben zu lesen gewesen, wie er, der „unofficial spokesperson“ der Siedler, es denn so mit dem Rechtsstaat, mit der Gewalt und so hält. Lesen – und dann über Siedler und Siedlungspolitik nachdenken.

Sympathischer Mensch, dieser friedliche Siedler, hm? Dass dieser Jemand innerhalb der national-religiösen Rechten in Israel eine eher säkulare Stimme repräsentiert, wird deutlich, wenn wir und als Kontrast einen Vertreter der Chabad-Bewegung anschauen (via Tikun Olam): Rabbi Manis Friedman muss gar nicht im Heiligen Land zu Hause sein – er lebt in den USA -, um dennoch Angst, Schrecken, Extremismus und Hass auf Araber zu verbreiten. Lesen wir, was er zu sagen hat auf die Frage: „How should Jews treat their Arab neighbours?“

I don’t believe in western morality, i.e. don’t kill civilians or children, don’t destroy holy sites, don’t fight during holiday seasons, don’t bomb cemeteries, don’t shoot until they shoot first because it is immoral. The only way to fight a moral war is the Jewish way: Destroy their holy sites. Kill men, women and children (and cattle). The first Israeli prime minister who declares that he will follow the Old Testament will finally bring peace to the Middle East. First, the Arabs will stop using children as shields. Second, they will stop taking hostages knowing that we will not be intimidated. Third, with their holy sites destroyed, they will stop believing that G-d is on their side. Result: no civilian casualties, no children in the line of fire, no false sense of righteousness, in fact, no war. Zero tolerance for stone throwing, for rockets, for kidnapping will mean that the state has achieved sovereignty. Living by Torah values will make us a light unto the nations who suffer defeat because of a disastrous morality of human invention.

Was dieser Mensch für die in der Torah vermittelten Werte hält, ist nichts Anderes als ein Aufruf zu permanentem Hass gegenüber alles und jedem, der oder die nicht den Gott Israels im Sinne dieses Menschen anbetet. Ihr fragt, warum es Leute wie der friedliche Siedler oder der Chabad-Hassprediger es nicht vermögen, Israel vor den Augen der „westlichen Welt“(Thierry Chervel) zu desavouieren? Vielleicht liegt es daran, dass diese Schweinehunde als „unsere Schweinehunde“ gelten, genauso wie einst Saddam Hussein einst „unser Schweinehund“ war, genau wie die Saudis dies noch heute sind. Ich werde nicht den Fehler begehen, darüber zu klagen, warum die Freunde Israels so sehr auf den Iran oder die Hamas herumhacken. Beide haben keine Schonung verdient. Dass aber besagter Fanclub nicht zu erkennen vermag, dass Stimmen wie die des Siedlers und des Rabbis Israel genauso in den Untergang treiben lassen können – es will mir nicht in den Kopf.

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