Hey, Thierry Chervel: Die Bush-Ära ist vorbei!

Sicherlich, man muss die UN nicht in jeder Hinsicht gut finden. Und was hier geschildert wird, löst auch bei mir Empörung aus:

Am Mittwoch wollten die westlichen Nationen erreichen, dass der UN-Menschenrechtsrat die Kriegsführung beider srilankischen Bürgerkriegsparteien in der letzten Phase untersucht. Der Rat ließ sich nicht lumpen: Menschenrechtsverletzungen durch die Tamil Tigers will er untersuchen. Solche des Regimes aber nicht. Die betrachtet er wohl als innere Angelegenheit. Vertreter westlicher Nationen äußerten sich enttäuscht.
Nun präsentiert die britische Times ein Video. Offensichtlich hatten die Tigers ihre Stellungen inmitten von Flüchtlingslagern voller Zivilisten aufgebaut. Und offensichtlich haben die Regierungstruppen diese Lager einfach bombardiert. Zynismus der Verzweifung. Zynismus des Siegesrauschs. Die srilankische Regierung bestreitet. Die Times zeigt ein Video mit Hunderten frisch ausgehobenen Massengräbern und spricht von 20.000 Toten in den letzten Wochen des Krieges.

Dieses Zitat stammt aus dem Perlentaucher, genauer gesagt von dessen Mitbegründer Thierry Chervel. Dieser belässt es leider nicht bei seiner Kritik. 20.000 Tote sprechen auch im Perlentaucher nicht für sich und Chervel folgt einer Mission:

Gegen eine Untersuchung der srilankischen Kriegsführung stimmten unter anderem Russland, China, Kuba – und leider auch Indien.

Mutet Chervels krampfhaft-westliche Perspektive, die er in seinem kurzen Beitrag einnimmt, schon sonderlich genug an, wird nun deutlich, durch was für eine Brille der Mann die Welt betrachtet. Russland – ist das nicht das alte neue Reich des Bösen, das ohn Unterlass Untaten in Tschetschenien verübt hat, wie Perlentaucher’s Favourites BHL und Andre Glucksmann nicht müde werden zu betonen? China, halten die nicht den Dalai Lama, diesen mildtätigen buddhistischen Pastor gefangen? Und Kuba – dieser Dorn im Auge aller rechts gewendeten Ex-Kommunisten? Von diesen drei Ländern konnte man sicher nichts Anderes erwarten! Aber dann Indien! Dieses antimuslimische Bollwerk, dessen Staatsführung mehr als einmal ihre Sympathie mit Israel bekundet hat. Was ist denn in die gefahren? Kommen wir zum Schlußsatz:

Der Rat scheint sich vor allem für das Menschenrecht zu interessieren, Holocaustleugner als Keynote Speaker zu Rassismuskonferenzen einzuladen. Die Demokratien sollten ihn dabei allein lassen.

Der Tag wird kommen, an welchem Mahmoud Ahmadinejad nicht mehr Staatspräsident des Irans sein wird. Viele fürchten diesen Tag: Ahmadinejads Anhänger im Iran – und anderswo. Denn sollte einmal ein liberalerer, zivilisierterer Kandidat iranisches Staatsoberhaupt werden, können alle Stop-the-Bomb-Apologeten Israels einpacken. Ohne Probleme wird man einen neuen Hitler finden, der – Übersetzungsfehler hin oder her – mit einem Holocaust droht und auch sonst viel Unfug erzählt. Dennoch: Die Bush-Ära ist vorbei. Diesen Umstand zur Kenntnis zu nehmen, fällt nicht nur NeoCons schwer. Auch unsere knuffig-sympathische links-liberale Intelligenzija vom Perlentaucher kann und will nicht loslassen.

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