"Palestinian Holocaust Memorial Museum Team"

Wenn Obama die arabische Welt – wer auch immer das sein mag – aufgerufen hat, jüdisches Leid – Stichwort Shoa und Holocaust – anzuerkennen und der Leugnung des millionenfachen Mordes an Juden zwischen 1933 und 1945 nicht weiter Vorschub zu leisten – vielleicht haben er und sein Redenschreiber ja in Vorbereitung auf den Aufenthalt in Kairo diesen Artikel aus Al-Ahram gelesen:

The Palestinian Holocaust photography exhibition, held last week at the Al-Sawy Cultural Wheel in Cairo, is part of a set of activities initiated by the Palestinian Holocaust Memorial Museum Team, whose aim is to create a museum dedicated to Israeli crimes against the Palestinians.

In besagtem Bericht findet sich keinerlei kritische Bezugnahme auf die Entscheidung der Ausstellenden bzw. der Künstler, für das Leid der Palästinenser den Begriff Holocaust zu benutzen. Stattdessen werden die Ziele, die das Palestinian Holocaust Memorial Team mit besagter Ausstellung verfolgt, umso ausführlicher erläutert:

„The PHMM aims to break the silence about Israeli actions in Gaza and against the Palestinians. It is a humanitarian project that aims to throw light on the human angle of the tragedy and not to make a political statement,“ Youssef said. „We want people to remember these victims as more than just statistics. We want them to think of them as people who deserved to live and who deserved a better life.“[…]
„The road towards punishing Israelis who have committed war crimes against Palestinian civilians is still a long one. But we believe that presenting the international community with the facts and figures of the atrocities committed by the Israelis is more effective than more demonstrations.[…]
„The group’s next move will be to initiate the campaign and put on the exhibition that goes with it in other world capitals, such as Doha and London.

Zweifellos: Ziele, die zu unterstützen nicht weiter ehrenrührig wäre, wäre da nicht das Wort Holocaust. Zu Gunsten der Macher der Aussteller bzw. der Inititiatoren der damit verbundenen Bewegung, dass es sich bei ihnen um unbedarfte Naivlinge handelt – und nicht um zynische Arschlöcher. Wie dem auch sei, die Gefahr, dass mit diesem Projekt das Leid der Palästinenser (wieder einmal) propagandistisch ausgeschlachtet wird, ist mehr als nur gegeben. Hamas, Hisbollah, Mahmoud Ahmadinejad, aber auch Netanyahu, Lieberman und Co. dürfen jubilieren. Ich find’s einfach zum Kotzen. Die Shoa wird – frei nach Gideon Levy – allzu billig feilgeboten auf dem Markt politischer Befindlichkeiten. Auch Israels Palästinenserpolitik verschwindet aus der Sphäre konkreter politischer Verantwortung bzw. Verantwortlichkeit. Nichts scheint sich verändern zu lassen, so dass die Opfer dieser Politik zu Märtyrer irgendeines Wunderglaubens werden. Die Shoa ist ein Verbrechen. Die Nakba ist ein Verbrechen. Nicht, weil beide Ereignisse sich irgendwie miteinander verrechnen ließen, sondern weil Menschen zu Opfern wurden. Man muss Ereignisse nicht miteinander vergleichen, um sie beide als furchtbare Ereignisse der Geschichte begreifen zu können.

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