Eckart von Klaeden: Die Antideutschen verlieren einen weiteren wichtigen Verbündeten

US-Präsident war ja heute auch in diesem unserem Lande und traf Bundeskanzlerin und Nahost-Expertin «Ängschelah» Merkel. Das Verhältnis zwischen den beiden Regierungschefs beschreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Version als „nicht so gut…, weil die Kanzlerin ihm als Wahlkämpfer vor einem Jahr eine Rede vor dem Brandenburger Tor vermasselt hat“.
Dass auch andere Politiker der gegenwärtigen Regierungskoalition nicht so recht Schritt zu halten vermögen mit den Impulsen aus Washington, demonstrierte heute morgen im Deutschlandfunk der Außenpolitische Sprecher der CDU, Eckart von Klaeden. Eloquent wie ein Elefant konnte sich dieser Darling der Antideutschen noch gerade dazu durchringen, Obamas Rede in Kairo pflichtschuldig als „historisch“ zu bezeichnen. Doch anstatt sich als guter Nordatlantiker den versöhnlichen Tönen des US-Präsidenten in Richtung „arabischer Welt“ anzuschließen, setzte von Klaedens anti-muslimischer Beißreflex ein – Herr Von und Zu möchte wohl Ehrenbürger von Ma’ale Adumim werden:

Diese Rede, glaube ich, ist ein guter Anfang für eine solche Politik und gerade die aggressiven Reaktionen der Extremisten der Hamas, der Taliban, von El Kaida zeigen ja, dass sie die Sorge haben, dass die bisherige Instrumentalisierung der amerikanischen Politik für ihre Zwecke in der islamischen Welt ihnen jetzt wohl schwerer fällt, und das wäre schon ein großer Erfolg.

Gut, dass das Interview von Stefan henlein geführt wurde, der sich offenbar nicht nur als Stichwortgeber verstand:

Heinlein: Ist das aber, was Sie jetzt gerade sagen, Herr von Klaeden, nicht ein Beispiel für die negativen Stereotypen über den Islam, über die arabische Welt, die Barack Obama in seiner Rede gestern ganz klar und deutlich kritisiert hat?

von Klaeden: Die Haltung von Hamas, von Taliban und von El Kaida sind ja keine Stereotypen, sondern das sind ja Tatsachen, aber man darf sie eben nicht mit der islamischen Welt insgesamt identifizieren. Das ist aber auch schon lange unsere Politik und unsere Ansicht. Wir haben ja immer abgelehnt – und das hat übrigens auch die Vorgängeradministration getan -, die Auseinandersetzung als einen Kampf der Kulturen zwischen der islamischen und der westlichen Welt zu sehen, sondern wir haben uns von Anfang an als Verbündete der moderaten Kräfte der ganz überwiegenden Mehrheit in der muslimischen Welt gesehen, mit denen wir gemeinsam gegen Extremismus und Terrorismus kämpfen.

Herrn von Klaeden mag geschwant haben, dass er sich nicht auf einer Veranstaltung „In Solidarität mit Israel“ – zusammen mit Herrn von der Osten-Sacken oder Herrn Uwer befand. Dennoch hat er Probleme, das alte Huntigton-sche Vokabular abzulegen. Es wimmelt nur so von Verallgemeinerungen und linguistischen Kollektivierungsversuchen. Noch immer kämpft die „westliche Welt“ gegen die „muslimische Welt“. Zudem trauert er erkennbar noch immer der Ära Bush hinterher. Deshalb mutet die folgende Passage nahezu lachhaft an:

Heinlein: Also der Kampf der Kulturen ist endgültig auch für die CDU/CSU beendet?

von Klaeden: Wir haben ihn nie geführt!

Nach allerlei Wortgewaber zur Islamkonferenz und zum C in CDU, sowie zur Frage, ob Angela Merkel auch einmal arabische Fetzen in ihre Reden einbauen würde *gähn*, kommt man doch noch auf Israel-Palästina zu sprechen. Und: Die Sache mit der Ehrenbürgerschaft in Ma’ale Adumim wird sich Herr von Klaeden von der Backe putzen müssen. Der Vorsitz in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wäre ein passender Trost…

Heinlein: Barack Obama scheint ja nun fest entschlossen, Herr von Klaeden, das Verhältnis zu Israel kritisch zu hinterfragen, um langfristig den Nahost-Konflikt damit lösen zu können. Wird die Bundesregierung diesen Weg ebenso entschlossen mitgehen?

von Klaeden: Die Bundeskanzlerin hat ja immer wieder deutlich gemacht, dass sie für die Lösung des Nahost-Konflikts als einzige Möglichkeit die Zwei-Staaten-Lösung sieht, und hat das gegenüber beiden Seiten auch immer wieder betont. Gerade im Nahost-Konflikt, glaube ich, gibt es eine ganz große Übereinstimmung zwischen der jetzigen Administration und der Bundesregierung.

Heinlein: Wird die Kanzlerin schon heute so wie Obama klar und deutlich ein sofortiges Ende des israelischen Siedlungsbaus fordern?

von Klaeden: Ich bin ja jetzt kein Hellseher und was die Bundeskanzlerin sagen wird, das müssten Sie am besten sie selber oder den Regierungssprecher fragen.

Heinlein: Würden Sie es denn begrüßen, wenn sie es so sagen würde?

von Klaeden: Wir haben von Anfang an deutlich gemacht – und das ist auch die Position der Bundesregierung und auch die Position meiner Partei und meine persönliche Position -, dass der Siedlungsbau gestoppt werden muss und dass der Siedlungsbau ein großes Hindernis für eine Zwei-Staaten-Lösung ist. Das ist eine Selbstverständlichkeit.

Eine Selbstverstänlichkeit, soso… Wie schrieb eim August 2006 – Stichwort: Israels libanesisches Abenteuer – Bernard Schmid über von Klaeden und seine seltsamen Freunde:

So wurde der antideutsche Publizist Matthias Küntzel, der vor 1991 noch dem Kommunistischen Bund angehörte, in den letzten beiden Jahren mehrfach als Referent zur Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU eingeladen. Anlässlich einer Demonstration für den Militäreinsatz Israels im Libanon, an der am 28. Juli dieses Jahres in Berlin, rund 1.000 Personen teilnahmen und die maßgeblich aus der antideutschen Szene initiiert (aber in einer Spätphase auch durch jüdische Gemeindevertreter unterstützt) worden war, fanden sich auf der Abschlusskundgebung zwei CDU-Mitglieder neben einem führenden Ideologen der Antideutschen als Hauptredner wieder. Nacheinander sprachen der Abgeordnete des Bundestags Eckart von Klaeden, im Aufruf als „außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU“ firmierend; der ehemalige Fernsehmoderator und Ex-Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Michel Friedman (als „Publizist“); und der Vorsitzende einer im Mittleren Osten aktiven NGO, Thomas von der Osten-Sacken als Redner.

Erinnert sich noch jemand an den CDU-Serben-Fresser Stefan Schwarz? Der durfte Mitte der 1990er Jahre auch nur so lange durch die Mittagsmagazine der hiesigen Fernsehlandschaft wemsen, so lang es en vogue war, mit dem Säbel in Richtung „S(t)erbien“ zu rasseln. Sein Job wurde dann von Joschka Fischer übernommen, als Rot-Grün als siegreiche Farbenkombination aus den Bundestagswahlen 1998 hervorging. Ich fürchte, Eckart von Klaedens Zeit als Spitzenpolitiker ist im Begriff, sich dem Ende zuzuneigen – jetzt da George W. Bush nicht mehr da ist.
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