Netanyahu ist angezählt.

Yehuda Ben Meir wendet sich in Ha’aretz betont staatstragend gegen Stimmen, die Obamas Rede in Kairo als anti-israelisch zu brandmarken versuchen. Er ist sogar der Meinung, dass Obama in Anbetracht des Ortes seiner Rede – des „Sprechortes“ also – sich als sehr mutig erwiesen habe:

But the portrayal of Obama as hostile to Israel is baseless. Those familiar with the Arab world’s sensitivities know it takes a great deal of courage to refer – in a speech in Cairo on conciliation with the Arab and Muslim world – to the Holocaust, the evil and lie of its denial, the Jewish people’s persecution over the centuries, its right to a national home, and the „unbreakable“ bond between Israel and the United States. Obama’s vehement denunciation of terrorism against Israel, referring to suicide bombings and Qassam rockets aimed at Sderot’s children, and the firm demand that Palestinians disassociate themselves from this terrorism, were clear and unequivocal.

Man möchte hinzufügen: Warum bedankt sich niemand dafür, dass Obama auf Gaza (1300 – 1400 Tote und eine gestärkte Hamas als Resultat der israelischen „Operation“ „Gegossenes Blei“) nicht zu sprechen gekommen ist?
Ben Yehuda geht immerhin soweit, die Unstimmigkeiten, die in letzter Zeit zwischen Jerusalem und Washington aufgetreten sind, nicht etwa Obama anzulasten, sondern Israels Premierminister Netanyahu für dieselben verantwortlich zu machen:

The dispute is based mainly on Prime Minister Benjamin Netanyahu’s refusal to recognize that the solution of two states for two peoples is an Israeli interest, an Israeli obligation and the expectation of the entire world, not to mention most Israelis.

Am Ende noch eine Warnung an Bibi:

Netanyahu is right in saying that a life-loving nation must identify the dangers threatening it, as well as its real and vital interests. Today’s State of Israel faces serious threats, and its alliance with the United States and its president are fundamental pillars of its security. The „special relationship“ between Israel and America was forged through tremendous effort over decades, and the current prime minister will have abused his position and violated his obligations if he does not know how to cultivate and protect it.

Netanyahu ist angezählt. U.a. darf er sich dafür bei einigen seiner Minister bedanken, die nichts dagegen unternahmen, als israelische Extremisten, die in der Westbank als Cowboys durch ihr Eretz Israel reiten, auf der Suche nach immer neuen Gefahren, die sie bestehen können (Palästinenser, die sie heimsuchen), Obama öffentlich als Antisemit hinstellten.
In einigen proisraelischen Blogs wird verstärkt darauf hingewiesen, dass Israel und die USA ja wohl zwei verschiedene Staaten seien, die beide eigenständige Interessen verfolgen. Woher diese, vor kurzem noch als geradezu antisemitisch wahrgenommene Einsicht herkommt (Israel-Lobby, Antiamerikanismus = Antisemitismus), weiss ich nicht. Ich denke mal, es ist kindlicher Trotz.

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