Vor Netanyahus großer Rede zur Lage in Nahost

Erste Kernpunkte der Rede, die Israels Premierminister Bibi Netanyahu am kommenden Sonntag an der Bar-Ilan-Universität nahe Tel Aviv zu halten gedenkt, sind über Ha’aretz schon jetzt an die Öffentlichkeit gelangt:
-Ja zur Roadmap – aber nein zum Einfrieren israelischer Siedlungsaktivitäten (Wie jetzt? Inhalt der Roadmap ist doch die Forderung an die israelische Regierung, den Siedlungsbau zu stoppen…).
-Ja zu einem Staat Palästina – aber nur, wenn die Palästinenser bestätigen, dass Eretz Israel schon immer das Heimatland des jüdischen Volkes war und sie sich komplett entwaffnen lassen. -Zudem will Netanyahu so bald als möglich mit den Palästinensern Möglichkeiten einer palästinensischen Instanz zur Regelung der je eigenen Bedürfnisse -das heisst wohl: Wann kommt die Müllabfuhr in Jenin, wann in Ramallah? – austarieren. (Bantustan am Jordan…)
-Kooperation mit arabischen Staaten, aber nur, wenn diese sich Israels Einschätzung bezüglich der nuklearen Gefahr, die vom Iran ausgeht, anschließen. (Prrrropaganda)
– Unter diesen Umständen will sich Netanyahu bereit erklären, mit den arabischen Staaten über eine Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen zu verhandeln, einhergehend mit israelisch-palästinensischen Konsultationen.( Mit anderen Worten: Vergesst es!)

Was interessanterweise auch aus dem besagten Bericht hervorgeht:
Einerseits wird Netanyahu sich mit Präsident Peres treffen, auf welchem Letzterer den Premierminister zu einer gemäßigteren Palästinenserpolitik bewegen möchte.
Andererseits wird Netanyahu in seiner Rede verkünden, dass die israelischen Westbanksiedlungen eben kein Hindernis für einen Nahostfrieden darstellten.

Na, wie denn jetzt? Wen will Netanyahu eigentlich verhohnepiepeln? Sich selbst? Seine Wähler? Israel? Die Palästinenser? Die USA? Die arabischen Länder?

Ich denke schon jetzt mit Grausen an die ersten Interviews im Deutschlandfunk, in welchen Charaktermasken wie Eckart von Klaeden Netanyahu als Mann des Friedens lobpreisen werden. Von Leuten wie diesen (oder ist das ein Satireblog?) ganz zu schweigen.
Es ist nur noch lächerlich und lachhaft. Aber keineswegs zum Lachen.

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