Ghassan Khatib über Bibi, den Clown

Netanyahus Rede am letzten Sonntag vermag es nicht, Ghassan Khatib auch nur im geringsten zu beeindrucken. Noch schlimmer: Diese Rede war ein Witz: „Not so much Bibi as Bobo, it was a policy address fit for a clown“. Khatib ist der Ansicht, Adressat der Rede sei Netanyahus Wahlvolk gewesen, sonst aber niemand:

To all others, without exception, the speech was disappointing. The Palestinians and Arabs reacted angrily. The Kadima party criticized the speech as harmful to the interests of the Israeli people. Further afield, meanwhile, European and American reactions focused on reiterating international demands for a complete cessation of settlement building including so-called „natural growth“, something Netanyahu failed to commit to in his speech. […] Netanyahu’s speech represents a serious challenge to the peace camp in Israel, the peace camp in the Arab world, including among the Palestinians and, more importantly, the new American administration.

Alle anderen potentiellen Adressaten – ob in Israel, Palästina oder elsewhere – müssen sich ausgespart fühlen:

The main conclusion that can be drawn from the speech is that Netanyahu has given priority to the needs and requirements of his right-wing constituency and treated with a great deal of contempt the requirements and needs of everyone else.

Was israelische Regierungen gern ihren arabischen bzw. palästinensischen Counterparts zuschreiben, das kritisiert Khatib nun an der neuen Netanyahu-Regierung, sowie – man beachte – an der israelischen Öffentlichkeit:

Netanyahu’s speech indicates that both the Israeli government and the public it panders to are not mature enough yet to commit to the basic and unavoidable requirements of a successful peace process.

Israelische Öffentlichkeit ist längst nicht mehr ausschließlich im Kernland des Staates Israel zu finden. Palästinenser in Ostjerusalem und dr Westbank, denen die eigenen Ländereien unter den eigenen Füßen weg „konfisziert“ wurden bzw. die ihr Haus an gewalttätige Siedler verlieren, haben ihre ganz eigenen Erfahrungen mit israelischer Öffentlichkeit. Palästinenser in Gaza, deren scheußliche Situation, die nicht allein durch Hamas herbeigeführt worden ist, mussten in letzter Zeit nur mal zum Himmel blicken bzw. bestimmte Graffitis an ihren Türen und Wänden („Kill all Arabs!“), um zu wissen, dass die israelische Öffentlichkeit eben nicht nur aus Friedensaktivisten besteht.

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