Challenge: Freie Märkte und Islamismus am Ende!

Bei all dem Gerede vom natürlichen Wachstum jüdischer Siedlungen, welches, so die gegenwärtige israelische Regierung, zu unterbinden dem Sündenfall gleichkomme,
bei all den Worten, die über sog. „Ikonen des Widerstands“ gegen den „zionistischen Feind“ verloren werden und die aus Schwätzern wie Ahmadinejad Helden und aus reaktionären Banden wie Hizbollah oder Hamas legitime Repräsentanten diverser Volksgruppen machen,
bei all dem wahlweise nationalistischen oder auch religiös-fundamentalistischen Gewinsele, das den Nahostkonflikt umgibt, ist es immer wieder wohltuend, die Analysen von Challenge zu lesen.

Eine dezidiert linke Perspektive einnehmend, gehört Challenge zu den wenigen Magazinen, die als Kernthema die Situation israelischer Araber behandeln. Besonders wohltuend: Anstatt über den israelisch-palästinensischen Konflikt auf der Ebene der hohen Diplomatie zu berichten, vertritt das AutorInnen-Kollektiv von Challenge die Perspektive der marginalisierten und an den Rand der Wahrnehmung gedrängten Bevölkerungsteile in Israel-Palästina. Statt um die Frage nach der Farbe irgendeiner Landesfahne geht es in Challenge um die nächste warme Mahlzeit in den Slums von Gaza und Tel Aviv (sic!). In links-orthodoxen Kreisen würde man wohl sagen: Challenge vertritt einen klaren Klassenstandpunkt
2004 war es mir vergönnt, Roni Ben Efrat, Herausgeberin von Challenge, und ihren Lebensgefährten Stephen Langfour, auch er ein Challenge-Autor, kennenzulernen, letzterer ein älterer Herr amerikanischer Herkunft, der die deutsche Sprache nur deshalb gelernt hatte, um, wie er sagte, fähig zu sein, Heideggers Sein und Zeit im Original lesen zu können.
Die momentane Situation, gekennzeichnet durch die jüngsten Entwicklugnen in den USA, im Iran und in Israel-Palästina, veranlasst Yacov Ben Efrat, über das Ende von Neoliberalismus und Islamismus gleichermaßen nachzudenken:

The events in Iran are not foreign imports, just as the events in America are anchored in deep internal change. The world is going through a process that will alter an entire system, where predatory capitalism has lived in friction with an Islamic fundamentalism bent on correcting „the evils of the West.“ It is not just the free-market system that has reached a dead end. The Islamic „resistance“ too has exhausted itself, in Lebanon and Palestine as well as Iran. Events in Iran send shock waves through all the Arab regimes that deny basic rights to their citizens. Iranian women are an example for Arab women, and Iranian workers are an example for Arab workers whose right to form unions is denied. This is the real „Iranian bomb.“ Israel must fear it, and America too – for Obama is counting on the old alliances with Arab dictators. The development of this „bomb“ will take time, no doubt, but Netanyahu, Ehud Barak and Tzippi Livni ought to read the writing on the wall: the years of the Occupation are numbered; it will become increasingly anachronistic as Arab masses take to the streets, challenging their regimes in the name of democracy and human rights. Thirty years ago the Iranian revolution changed the face of the Middle East toward fundamentalism. Today, on the streets of Tehran, appear the first glimmers of real democracy.

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2 Gedanken zu “Challenge: Freie Märkte und Islamismus am Ende!

  1. >> die … aus reaktionären Banden wie Hizbollah oder Hamas legitime Repräsentanten diverser Volksgruppen machen

    Wenn sie schon Challenge lesen, dann sollten Sie nicht einen solchen Schwachsinn schreiben.

    Was zum Beispiel soll das gestelzte 'diverse'? Sollen wir annehmen, dass es höherwertige und eher minderwertige – diverse – Volksgruppen gibt?

    Und was sollen bitte schön die 'Banden'? Ein bisschen mehr Niveau bitte.

    Die Hisbollah vertritt ganz klar die Interessen der Schiiten im Libanon – oder etwa nicht? Ob man die nun als Volksgruppe bezeichnen will – nun ja.

    Schlimmer noch ist es im Fall der HAMAS. Welche Volksgruppe vertritt denn nun die HAMAS?
    Und – Sie sollten doch wissen, dass sich sogar Christen auf Listen der HAMAS haben wählen lassen.

    Sicher – Horte des Fortschritts mögen diese Organisationen nicht sein. Aber was gibt Ihnen das Recht sich über die legitimen Interessen derer zu erheben – welche von den Anhängern oder/und Wählern dieser 'Banden' eingefordert werden?

    Wie wäre es mit ein bisschen Demut?

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  2. Meine Güte. Was für Befindlichkeiten sind denn da im Spiel? "Sie sollten doch wissen, dass sich sogar Christen auf Listen der HAMAS haben wählen lassen." So what?
    "Wie wäre es mit ein bisschen Demut?" Vor wem? Den von Ihnen offenkundig inniglich geliebten Banden, die man aber so nicht nennen darf? Vor Ihnen? Was genau ist Demut? Meine Ansicht nach eine religiöse Kategorie: Alle Sinne offen haben für den guten Willen des Vaters. Was aber hat das mit "HAMAS" oder Hisbollah zu tun? Frag ich mich wirklich.
    Und: Wie gut kennen Sie denn Challenge?

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