Ist Joe Biden einfach nur wieder in ein Fettnäpfchen getreten?

Nach einer Meldung von IMEMC hat sich die US-Regierung dagegeben verwahrt, die USA hätten Israel grünes Licht für einen Schlag gegen gegen den Iran gegeben.
Laut SZ online handelt es sich bei Joe Bidens Äußerungen zu einem möglichen Schlag Israels gegen den Iran lediglich um einen weiteren Fettnapf, in welchen der US-Vizepräsident getreten sei. Darin sei Biden ein großer Experte. Über das ABC-Interview heisst es weiter:

Und wie immer lohnt es sich nachzuschauen, was wirklich gesagt wurde – und nicht nur den Halbsatz für bare Münze zu nehmen, der die Nachrichten bestimmt. So hat Biden in dem Interview nichts als diplomatische Standards angeführt. Israel sei eine souveräne Nation und habe deshalb „ein Recht zu bestimmen, was in seinem Interesse liegt“. Für die USA gelte das gleiche Recht, „wir werden es wahrnehmen“. So haben auch frühere US-Regierungen formuliert. Das heißt nicht, dass Washington einen israelischen Angriff auf Iran dulden, gutheißen oder unterstützen würde. Es heißt ganz einfach, dass Präsident Barack Obama eine entsprechende Anfrage aus Israel prüfen würde. So wie es sein Vorgänger getan hat – und ablehnte. Warum aber sagt Joe Biden solche Selbstverständlichkeiten so explizit? Er will unter allen Umständen verhindern, dass sich der Eindruck weiter verfestigt, die neue – linke – US-Regierung setze die neue – rechte – Regierung in Israel außer in der Siedlungspolitik auch noch in existentiellen Sicherheitsfragen massiv unter Druck. Dass Letzteres in Israel kontraproduktiv wirken würde, ist dem außenpolitischen Profi Biden klar. Dass er damit an anderer Stelle wieder eine Lawine lostritt, ist das Schicksal des Klartext-Redners Biden. Joe, wenn du nur schweigen könntest!

Mit anderen Worten: Die USA sind von der sog. Israel-Lobby, die ja nicht so sehr Israels politische Interessen an und für sich, sondern eher jene der israelischen Rechten repräsentiert, kritisiert worden – niemand hat ein Problem mit Obamas Nahostpolitik, nur die Fürsprecher von Siedlern und die Propagandisten eines möglichst sofortigen Angriffs auf den Iran; und schon hält es Joe Biden für angebracht, Israel, der Gefahr vorzubeugen, dass sich „der Eindruck weiter verfestigt, die neue – linke – US-Regierung setze die neue – rechte – Regierung in Israel außer in der Siedlungspolitik auch noch in existentiellen Sicherheitsfragen massiv unter Druck.“ Man mag es taktisches Geschick nennen, Biden gezielt öffentlich Unsinn reden zu lassen, man mag es bedauern, dass er „damit an anderer Stelle wieder eine Lawine lostritt“; vielleicht zeigen Bidens Äußerungen auch einfach nur, wer in Amerika noch immer den Nahost-Diskurs entscheidend prägt. Leider ist dies (noch) nicht jene Lobby aus proisraelischen Inititativen und Gruppierungen, die daran festhalten, dass der sicherste Weg für Israel in die Zukunft in der Verständigung mit den anderen Staaten und Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens besteht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s