Amos Elon ist gegangen – und mit ihm die alte zionistische Linke?

The Magnes Zionist berichtet von einer Gedenkfeier in West-Jerusalem für den kürzlich verstorbenen Journalisten Amos Elon. Reden hielten u.a.

Amos Schocken, Publisher of Haaretz, the historian Idit Zertal, Shulamit Aloni (who, as his her wont, gave a long devar Torah, showing that there are still secularists who have heard of the book), Gideon Levy, B. Michael (the only speaker with a kippah, who had the crowd rolling in the aisles with an anecdote brilliantly told about Elon), Avishai Margalit, and others.

Man hat den Eindruck, der Bericht handelt nicht allein von der Trauer um das Ableben eines großen Journalisten. Gewissermaßen zu Grabe getragen wird auch die israelische Linke. Deren Vertreter sind alt und müde geworden, und das Israel, für das sie immer eingetreten sind – hat es das je gegeben?

Most of the speakers, and most of the crowd, were over 65. The pain in their room was palpable – not so much over Elon’s death, as over the death of an Israel that they had loved and fought for. Perhaps it never existed. They sang about peace, they marched for peace, and they saw their country sink into a perpetual moral morass that it will probably not emerge from, certainly in their lifetime. How many conflicts were resolved in the last fifty years? Perhaps Elon’s choice, to live out his remaining years in a villa in Tuscany, was the only one left for these people of the old Zionist left. Their political party has crashed; The discourse in Israel is now not between left and right, but between right and righter.

Es waren Leute wie Amos Elon, welche die Idee in die Welt setzten, eine gerechte israelische Gesellschaft bzw. ein auf zionistischen Idealen basierendes Gemeinwesen, dessen Existenz nicht von der fortwährenden Unterdrückung und Verdrängung eines anderen Kollektivs gewissermaßen abzuhängen scheint, möglich ist. Es war diese zionistische Linke, die Israel sogar für die heutige Zeit zu einem Ort von Hoffnung auf Zukunft für alle gemacht hat. Man kann dieser Linken vorwerfen, ihr Unternehmen habe seit jeher aus nichts anderes als einer großen Lüge bestanden. Man kann Elon und Co. aber auch dankbar sein, dass die Hoffnung auf Frieden selbst unter der rechtesten Regierung nicht aus den Köpfen aller Menschen verschwunden ist. Insofern hat Gideon Levy möglicherweise gar nicht so unrecht, wenn er Amos Elon einen Propheten nennt. Im eigenen Land. Und jeder weiss, was diesem blüht. Und so ist es gekommen.

In Erinnerung an Amos Elon empfehle ich besonders dessen Textsammlung Nachrichten aus Jerusalem.

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