Für Aluf Benn hat Israel nichts mit der Shoa zu tun.

So, und jetzt eine Passage, die ich nicht verstehe. Obama war bisher Hitler. Dann wurde er als Rassist bezeichnet. Und nun plötzlich: Obama = Ahmadinejad.



Aluf Benn, israelischer Journalist, vergleicht in der New York Times Obama anscheinend – vielleicht habe ich mich ja auch verlesen – mit Ahmadinejad. Und das, weil Obama im Zusammenhang mit der Existenz des Staates Israel auf die Bedeutung der Shoa hingewiesen hat – in Kairo und in Buchenwald:

Mr. Obama seems to have confused American Jews with Israelis. We are close emotionally and politically, but we are different. We speak Hebrew and not English, we live in the Middle East and have separate historical narratives. Mr. Obama’s stop at Buchenwald and his strong rejection of Holocaust denial, immediately after his Cairo speech, appealed to American Jews but fell flat in Israel. Here we are taught that Zionist determination and struggle — not guilt over the Holocaust — brought Jews a homeland. Mr. Obama’s speech, which linked Israel’s existence to the Jewish tragedy, infuriated many Israelis who sensed its closeness to the narrative of enemies like Mahmoud Ahmedinejad.

Benn, offenbar in der Tradition eines Zionismus‘, der Juden entschiedenermaßen nicht als Opfer präsentieren will, fordert – im Namen aller Israelis (mutig!), man möge das israelische Staatsprojekt eben nicht im Zusammenhang mit der Shoa/dem Holocaust sehen, sondern mit dem Kampf für eine Heimstätte der Juden. Die Verknüpfung von Shoa und Israel interpretiert er als eine Angelegenheit amerikanischer Juden. Starker Tobak, will ich meinen. Einem guten Teil befindlichkeitsrelevanter Scheindiskussionen – auch hierzulande – würde jegliches Fundament entzogen, eine ganze Blogosphäre würde gar nicht existieren, und Leute wie Broder, Friedman, Giordano, Berben, Schapira, aber auch Langer und Avnery genössen nicht jenes Ansehen, das ihnen vielerorts sichere Einkünfte und moralische Respektabilität bei dankbaren Philosemiten beschert hat. Die radikale Linke hätte vielleicht ein paar Idioten weniger – für die wäre das Problem der eigenen Geschichtsbewältigung aber weiterhin ungelöst. Wohin sich diese Anti-Deutschen wohl wenden würden? Scharen von Nahost-Interessierten würden sich anderen Hobbys zuwenden. Meine Wenigkeit eingeschlossen.

Meint Benn das wirklich ernst? Er würde das Existenzrecht dieses und zahlloser anderer Blogs in Frage stellen.

Advertisements

4 Gedanken zu “Für Aluf Benn hat Israel nichts mit der Shoa zu tun.

  1. Obwohl du es beharrlich behauptest, niemand außer einigen ultrarechten Siedlern hat von Obama als Hitler gesprochen. Es bringt nichts, dennoch dauernd darauf rum zu reiten.
    Gruß: Israel.blogsport

    Gefällt mir

  2. Wenigstens gibst Du Dich als jemand zu erkennen und kommentierst nicht feige als "Anonym". Das ehrt dich – auch wenn ich Deinen Standpunkt überhaupt nicht teile.

    Gefällt mir

  3. Manche können Schwule heilen, andere versuchen sich an Antideutschen – die ja viel besser Extremdeutsche heissen müssten.

    So hat ein jeder sein Projekt.

    'Anonym'

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s