Häresie! In der New York Times wird der Nutzen einer Zwei-Staaten-Lösung angezweifelt!

Wenn es nicht das Existenzrecht Israels ist, dann die Zwei-Staaten-Lösung. Oder aber, Bundeskanzlerin Merkel benutzt den einen zentralen Glaubenssatz hierzulande geführter Nahostdiskussionen, als Begründung für den anderen. Das liest sich dann so: „Wir brauchen eine Zweistaaten-Lösung, bei der Israel sein Existenzrecht gesichert sieht.“
Der Begriff Glaubenssatz ist mit Bedacht gewählt, denn:

Merkel ermutigte die Menschen in der Region, an diese Vision zu glauben.

Mit Magnes Zionist fühlt man sich, was die Zwei-Staaten-Lösung angeht, an Oscar Wilde erinnert: Je mehr sich die sog. internationale Gemeinschaft darin einig ist, in der Zwei-Staaten-Lösung den einen Schlüssel zum Frieden in Israel-Palästina erkennen zu wollen, und je deutlicher führende Vertreter von Israelis und Palästinensern sich ebendazu bekennen – um religiöse Terminologie noch einmal zu ihrem Recht kommen zu lassen -, desto unwahrscheinlicher ist, dass es jemals zu einer Verständigung auf zwei zukunftsfähige Staaten – Israel und Palästina – kommen wird. Magnes Zionist bringt es auf den Punkt:

You know this must be the case when both Israel’s Bibi and Hamas‘ Khaled Mashal agree.

Wenn nun ausgerechnet in der New York Times, Zentralorgan der westlichen „Zivilisation“, sowie Leib- und Magenblatt all jener, die faire und ausgewogene Berichterstattung erwarten, selbst, wenn die berichtete Wirklichkeit keinesfalls fair und ausgewogen ist – wenn also dieses Blatt einen Artikel veröffentlicht, in welchem die Zwei-Staaten-Lösung als wünschbares Ziel in Frage gestellt wird, dann ist das nicht nur dem Magnes Zionist, sondern auch meiner Wenigkeit eine Blog-Notiz wert. Zumal die Verfasser des Artikels, Hussein Agha und Robert Malley, zur Begründung ihrer Zweifel Kernfragen des zionistischen Projekts behandeln – Fragen, die schon am Beginn der zionistischen Besiedlung Palästinas akut waren und die bis heute nichts an Brisanz eingebüßt haben, z.B.: Wie kann ein ethnisch-jüdischer Staat in Palästina überhaupt gelingen? Und was ist mit den nicht-jüdischen Bewohnern dieses Staates bzw. Gebiets?
Nicht zuletzt deshalb bietet „The Two-State Solution Doesn’t Solve Anything“ gewinnbringende Lektüre.

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