Eine Siedlerin beschreibt exakt, worum es in Israel-Palästina geht: Die Nakba dauert an.

RefugeesOnTheRunOnlyChidlrenAndWemenHabe eine Zeitlang in Jerusalem gewohnt und gearbeitet. War eine coole Zeit. Bin sogar Bus gefahren, und das in einer Phase (Sommer 2001), da Selbstmordattentate recht häufig passierten. Worauf ich als Buskunde aber besonders achtete: Niemals in eine illegale Siedlung zu fahren. Mit der Zeit entwickelte ich – wahrscheinlich aus pathologischem Judenhass… es kann nicht anders sein, – eine recht ausgeprägte Angst davor, im Bus einzuschlafen, nur um mich dann tot vor meinem Schöpfer wiederzufinden, weil irgendeine Bombe im Bus hochgegangen ist, b) in einer Siedlung aufzuwachen… Ma’ale Adumim, Gilo oder andere „neighbourhoods“.

Phil Weiss weist auf den Text einer Alison Speiser hin, einer amerikanischen Jüdin, die vor relativ kurzer Zeit Aliya nach Eretz Israel gemacht hat. In ihrem Blogeintrag verteidigt sie das Recht, auf besetztem palästinensischen Boden Siedlugnen zu errichten:

When people question my right to live and build on this land, I think about Tzippori – a moshav in the Galilee. In the years that led up to the establishment of Israel, the area now known as Tzippori was called Saffuriyya and was inhabited by a community of Arabs. Then, in 1948 and into 1949, the Arab residents who had not yet left on their own were evicted and the modern Tzippori was built in its stead.

To most who come to visit the area, Tzippori is known for its extensive archaeological findings – primarily mosaics, buildings and synagogues – dating back to the 5th century. But many of the one-time Arab residents and their descendants live nearby and look at Tzippori, built on the ruins of Saffuriyya. They dream of going back, and reclaiming ownership of what used to be theirs.

But we don’t hear about that much. We don’t talk about giving back Tzippori. Or Haifa or Acco or Jaffa.   We don’t talk about every town in „Israel proper“ that used to belong to Arabs. It’s certainly not at the forefront of talks between the Israelis and the Palestinians going on right now – or at any other time. Most seem to acknowledge Israel’s right to *that* part of our land and aren’t demanding that it be given „back“.

Das zergehe einem mal auf der Zunge. Speiser sagt: In der Westbank zu siedeln sei nichts Anderes als etwa in Tel Aviv zu bauen. Niemand redet mehr von Jaffa. Sie hat so recht! Auf palästinensischem Land zu bauen, ist nicht erst ein Problem, seitdem Obama ein Einfrieren aller Siedlungsaktivitäten der Israelis forderte. Das Problem des Landraubs besteht auch nicht erst seit 1967. Was Speiser beschreibt, ist, dass die Nakba von 1948 noch immer andauert. Nicht, dass diese Einsicht sie und ihren Siedleraktivismus, ihre Selbstherrlichkeit und ihre Arroganz gegenüber Palästinensern auch nur im geringsten anfechten würde.  Aus Speisers Perspektive kann es gar nicht anders sein.

Eins muss man der israelischen Rechten einmal mehr zu Gute halten: Sie weiss genau, worum es geht. Während „linke“ Zionisten sich die Augen ausheulen, weil man sie für schlümme Menschen ansehen könnte, handeln rechte Siedler und ihre Advokaten in der Regierung anscheinend ohne Illusionen: Sie wissen, dass sie Arschlöcher sind.

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