Polanski, Goldberg, BHL oder: Freiheit ist immer die Freiheit dessen, der auf der richtigen Seite steht.

Roman Polanski wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Vor mehr als 30 Jahren soll er ein damals 13jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Hollywood wirft sich ins Zeug für Sharon Tate’s Ex –  z.B. räsonierte die spätestens durch Sister Act I und II endgültig zur moralischen Instanz mutierte Whoopi Goldberg  in die Intimität einer Fernsehshow hinein:

„Ich weiß, es war keine Vergewaltigung-Vergewaltigung“ („I know it wasn’t a rape-rape“), sagte sie. „Es war etwas anderes, ich glaube nicht, dass es richtige Vergewaltigung war.“

Dass Madame dafür nicht den Friedensnobelpreis erhielt, schien selbige arg zu verwundern:

Goldberg selbst rechtfertigte sich am Donnerstag für ihre Aussage. „Ich wollte sichergehen, dass wir in der Show alle Fakten richtig benennen“, erklärte sie in der jüngsten Aufzeichnung von „The View“. „Wir müssen zwischen dem Haftbefehl in der Schweiz und den Anklagepunkten von damals unterscheiden“, sagte Goldberg.

Tja, wie auch immer: Cleverer angestellt beim öffentlichen Sich-Ins-Zeug-Werfen und Seine-Hände-ins-Feuer-legen für den ferkeligen Star-Regisseur hat sich Frankreichs prominentestes Superhirn BHL aka Bernard Henri Levi. Wer ihm nicht so wohlgesonnen ist, könnte einwenden, dass es für den Missbrauch der Shoa offenbar für jene, die auf der richtigen Seite stehen, keinerlei Einschränkungen zu geben scheint. Auf Huffington Post (via MondoWeiss) nun brach er eine Lanze für Polanski:

Seventy-six years old, a survivor of Nazism and of Stalinist persecutions in Poland, Roman Polanski risks spending the rest of his life in jail for deeds which would be beyond the statute-of-limitations in Europe.

We ask the Swiss courts to free him immediately and not to turn this ingenious filmmaker into a martyr of a politico-legal imbroglio that is unworthy of two democracies like Switzerland and the United States. Good sense, as well as honor, require it.

Wer „we“ sind? Ein Klick auf besagten Link, und man wundert sich über gar nichts mehr… Auch wenn ich nicht wirklich verstehe, warum Whoopi Goldberg glaubt, sich dermaßen für Polanski in die Bresche schmeißen zu müssen, und ich kein rechtes Mitleid habe mit ihr für den Gegenwind, den sie erhalten hat – Leute wie Rushdie oder BHL täte Gegenwind für ihre Billigmachung der Shoa auch ganz gut.

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