Sari Nusseibeh will Frieden, und das macht ihn für Israel gefährlich.

Lese gerade Sari Nusseibehs Autobiographie Es war einmal ein Land. Bin tief bewegt und beeindruckt von Wirken und Denken des Präsidenten der Ostjerusalemer Al-Quds-Universität. Sowohl bei Palästinensern aufgrund seiner von mir einfach mal als inklusivistisch bezeichnenden Umgangsweise mit Israelis bzw. Zionisten, als auch bei Israelis aufgrund seiner Bereitschaft zum Gewaltverzicht (sic!!!) umstritten (Nusseibeh entspricht eben nicht  jenem, den Joshua Cohens dieser Welt gerade  Recht kommenden, Klischee des blutrünstigen judenhassenden Arabers), ist Nusseibehs Stimme eines wahren Brückenbauers. So sehr man hierzulande sein Buch lobt – ich bin nicht sicher, ob Nusseibeh noch lange vernehmbar sein wird. Niemand ist in Nahostdiskursen so sehr gefürchtet wie jene, die sich über gängige Vorurteilen hinwegsetzen und als unabhängige Geister durch die Gegend schwirren.

Für Freunde Palästinas ein nützlicher Idiot zu Gunsten Israels, für Freunde Israels ein Außenseiter, den man getrost überhören kann, denn: „Die Palästinenser wollen uns alle vernichten.“ Nusseibeh ist für Netanyahu und Co deshalb gefährlich, weil er den vermeindlichen (pro)israelischen Lehrsatz „Bei den Palästinensern gibt es keinen Partner für den Frieden“ ad absurdum führt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s