H.M. Broder attestiert dem Zentralrat das Fehlen einer „Schamgrenze“ – und will dessen Präsident werden.

Henryk M. Broder kandidiert für das Amt des nächsten Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Das kündigte er in einem Beitrag für den Berliner Tagesspiegel an. Er strebe bei den Wahlen im kommenden Jahr die Nachfolge von Charlotte Knobloch an, weil sich die Vertretung der Juden in Deutschland in „einem erbärmlichen Zustand“ befinde, schreibt Broder. So trete der Zentralrat als „Reue-Entgegennahme-Instanz“ auf und stelle „Unbedenklichkeitserklärungen“ aus, wobei es „weder nach oben noch nach unten eine Schamgrenze“ gebe. Broder kündigte an, als Präsident werde er sich dafür einsetzen, dass die Leugnung des Holocaust als Straftatbestand aufgehoben werde.

Was von Broder zu halten ist, erfährt man u.a. hier oder auch hier. Die Frage ist nun: Wie ist es um den Zentralrat bestellt, wenn ausgerechnet Broder über dessen in alle Richtungen offene „Schamgrenze“ räsonieren darf? Auf ähnliche Weise darf, ja muss, auch unser hiesiges Pressewesen und – damit einhergehend – die Debattenkultur hierzulande befragt werden, wenn nicht allein schon die Nachricht von der Kandidatur Broders für schepperndes Gelächter bzw. fassungsloses Schweigen sorgt.

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