Wer für die US-Regierung arbeiten will, muss sich testen lassen…

Es ist ein Leichtes für Blogger, die sich vermeintlich der Verteidigung Israels verschrieben haben, Andere des Antisemitismus‘ zu verdächtigen. Der beliebte, an den Springerverlag gerichtete Vorwurf etwa, Journalisten, die für seine Blätter schreiben, dürften Israel nicht kritisieren, interpretieren sie oft als antijüdische Verschwörungsfantasie. Und Journalisten, die es auch nur wagen, Palästinenser als Menschen zu beschreiben, werden entsprechend in die Mangel genommen:

André Marty, der immer und überall die Israel-Lobby am Werke sieht, obwohl er keine Mühe hat, jeden Tag Gesinnungsgenossen aufzutreiben, die sich ebenfalls über einen gefühlten Maulkorb beschweren, kommt nun auf sein Lieblingsthema zu sprechen: die angebliche Nibelungentreue gegenüber Israel, zu der die Mitarbeiter der Axel Springer AG verpflichtet seien:

„Inhaltlich gibt’s keine Vorgaben aus der deutschen Zentrale? Der „Springer“-Verlag ermutigt ja seine Leute zur israeltreuen Berichterstattung.“

Aber nun zum eigentlich Wichtigen: Israel-Lobby? „Son’n Quatsch!“, oder besser: „Eine weitere antisemitische Verschwörungstheorie,“ geben sich einige Israel-Advokaten ganz ihren Beißreflexen hin. Wirkt alles ein bißchen sehr politkommissaranwärterhaft. Dass eine solche Lobby in den USA aber sehr wohl existiert, beweist die Existenz von AIPAC („America’s pro-Israel Lobby“) und, im etwas freundlicheren, in Oslo gefertigten Gewand, J Street. Stephen M. Walt, einer der Autoren der Streitschrift Die Israel-Lobby und natürlich in den Augen vieler ehrlich besorgter, dabei aber natürlich alles Andere als politisch-korrekter Geister, ganz ein böser böser Böser, verlinkt einen Artikel des unbedeutenden, antizionistisch-judenfressenden Hetzblatts Ha’aretz, das bekanntlich von einem jüdischen Antisemiten gegründet wurde, der vor den Nazis fliehen musste… (Ironiemodus off. Aber ich wurde gerade vom Heiligen Geist von Entebbe umhaucht).

Laut Ha’aretz – und jetzt kommt’s! – muss sich jeder, der für die amerikanische Regierung auf höherer Ebene arbeitet bzw. in ein höheres Amt berufen worden ist, einer Überprüfung unterziehen, im Rahmen derer die Israel-Treue der betreffenden Person unter die Lupe genommen wird. Überprüfende Instanzen: Führende Repräsentanten und Organe der amerikanischen Judenheit:

Every appointee to the American government must endure a thorough background check by the American Jewish community.

In the case of Obama’s government in particular, every criticism against Israel made by a potential government appointee has become a catalyst for debate about whether appointing „another leftist“ offers proof that Obama does not truly support Israel.

A few months ago, boisterous protests by the American Jewish community helped foil the appointment of Chaz Freeman to chair the National Intelligence Council, citing his „anti-Israel leaning.“The next attempt to appoint an intelligence aide, in this case, former Republican senator Chuck Hagel, also resulted in vast criticism over his not having a pro-Israel record.
American Zionists are urging Obama to cancel Hagel’s appointment because of what they call a long and problematic record of hostility toward Israel.

Es gibt Idioten, die es angebracht finden, Israel mit den Nazis zu vergleichen. Es gibt ernstzunehmendere Beobachter, die in Bezug auf Israels Palästinenser-Politik von Apartheid sprechen und dabei Vergleiche mit dem 1994 zugrundegegangenen Rassentrennugnsregime anbringen. Mich persönlich erinnert das im Ha’aretz-Artikel beschriebene Verfahren am ehesten an die Funktionsweise real-sozialistischer Bekenntnis-Apparate. Orwell lässt grüßen! Wer den Israel-Litmus-Test nicht besteht, wird zur Selbstkritik Marke Stalin gezwungen. Dabei ist es egal, welchem persönlichen Hintergrund die betroffene Person entstammt:

The latest round of heated debate has been over the nomination of Hannah Rosenthal to head the Office to Monitor and Combat Anti-Semitism in the Obama administration.

Rosenthal, who is the daughter of a Holocaust survivor, served as a Health Department regional director under the Clinton administration, and held positions in different left-leaning Jewish organizations.

Between 2000 and 2005, Rosenthal was the head of the Jewish Council for Public Affairs; she was also the executive director of the Chicago Foundation for Women. In recent years, she has served on the advisory board of the J Street lobby.

The president of Americans for Peace Now lauded Obama’s appointment of Rosenthal. Even Anti-Defamation League chairman Abraham Foxman came out in support of Rosenthal’s appointment.

„This appointment signals the continued seriousness of America?s resolve to fight anti-Semitism,“ Foxman said in a statement.

Shortly after the announcement of Rosenthal’s nomination, conservative Jewish web sites began to attack her, some of them declaring that Obama appointed an anti-Israeli to fight anti-Semitism.

Rumors brewed that she had accused Israel of systemically strengthening anti-Semitism. Bloggers argued that her appointment would cause Jews and Israelis to cast doubt on Obama and his relationship with Israel.

In one of her articles, Rosenthal criticized conservative voices in the Jewish community who she accused of taking over the discourse regarding the Israeli-Palestinian conflict.

„It’s a scary time, with people losing the ability to differentiate between a Jew, any Jew, and what’s going on in Israel,“ Rosenthal said.

In an interview with the new online Jewish magazine, Tablet, Rosenthal said that she loves Israel.

„I have lived in Israel. I go back and visit every chance I can. I consider it part of my heart. And because I love it so much, I want to see it safe and secure and free and democratic and living safely,“ Rosenthal said.

Mich erinnert das alles sehr an die Methoden stalinistischer Zwangsapparate. Und wenn dann auch noch in der taz, die ja nicht gerade für ihre israelkritischen Artikel bekannt ist, von der Ausbürgerung tausender Palästinenser in Ostjerusalem berichtet, fühle ich mich leider bestätigt. Ein ganz schmutziges Wasser, was da durch diverse Mühlen gespült wird.

Aber das sind sicherlich alles Lügengeschichten.

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