Von Multi-Kulti zur Kleinbürgerhölle

Das von den Schweizern per Volksentscheid herbeidekretierte sog. „Minarettverbot“ – es sorgt, wie gesagt, für Aufruhr, nicht zuletzt in der Blogosphäre. Als Mensch, der glauben will und sich dabei weder von der Existenz von Gotteshäusern „anderer“ Religionen und Glaubenstraditionen verunsichern, noch von Triumph-Geheul und exklusivistischem Zivilisations-Gerede christentümlicher Abendländler ermutigen zu lassen gedenkt, frage ich mich: Worin besteht die Vision all jener, die die Verhinderung des „Turmbaus zu Basel“ wie nichts Gutes herbeigeredet, -dikutiert und -schwadroniert haben. Was wollen all jene, die auf der einen Seite frohlocken, weil der vermeintlichen Islamisierung vermeintlich ein allenfalls metaphorischer Riegel vorgeschoben sei und andererseits allen Ernstes verlautbaren lassen:

Die älteste Demokratie Europas hat NEIN zur Islamisierung gesagt, nicht nur zu ein paar Minaretten. Wir sollten das respektieren und zum Anlass für einen Dialog mit dem (und eine Diskussion über den) Islam nehmen, der auch jene Aspekte einschließt, die derzeit verschämt ausgeklammert werden. Dabei geht es nicht um theologische Fragen sondern um die islamische Realität.

Vielleicht muss man Feridun Zaimoglu seherische Fähigkeiten attestieren. Der sprach bereits im September 2008 folgende Worte:

Ich habe ja immer gedacht: ,Na, das ist aber eine Vorstellung von Integration!‘ Der integrierte Türke ist ein Zombie, nämlich einer, der diese öde, furchtbar banale Kleinbürgerexistenz anstrebt. Und tatsächlich habe ich rechts und links geguckt und gesehen, dass diese Türkischstämmigen – sie mögen sich als Akademiker bezeichnen – im Grunde genommen auf so eine einfache Art und Weise zu den Primitiven der Moderne geworden sind. Ich dachte, ,Gestern Türke, heute Bananenpflücker‘, also auf den Plantagen der Moderne haben sich diese Leute herumgetrieben. Ich weiß ganz genau, was sie hören, ich weiß ganz genau, wohin sie in Urlaub fahren, ich weiß ganz genau, wofür sie schwärmen. Und vor allem weiß ich ganz genau, was das ist: die öde Kleinbürgerhölle.

Eine öde Kleinbürgerhölle, deren Insassen notorisch dazu neigen, sich als Mitglieder einer höchst exklusiven Gesellschaft zu stilisieren:

Pro-amerikanisch und pro-israelisch, für eine offene Gesellschaft und das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Gott schütze Amerika und Israel.

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