Der Ärger eines Bischofs

Paul Binder, gebürtiger Schweizer, ist Kapuziner und Bischof eines ganz besonderen Bistums: das der Arabischen Halbinsel. Der interessante Artikel von Karim El-Gawhari in der taz enthält auch eine Einschätzung Binders zur Lage in seinem Heimatland – nach dem Minarettverbot:

Und dann kommt das Gespräch mit dem Bischof von Arabien doch noch auf sein Heimatland und auf seinen Ärger, dass ausgerechnet die Situation in seinem Bistum als Argument für das Minarettverbot in der Schweiz herhalten musste. „Diese Logik geht überhaupt nicht auf“, beginnt der gebürtige Thurgauer. Man könne einen demokratischen Staat wie die Schweiz mit einer entsprechenden Grundordnung nicht mit der hiesigen Situation vergleichen. Natürlich gebe es in seinem Bereich nur eine eingeschränkte Religions- und Kulturfreiheit. „Wegen des Minarettverbots in der Schweiz werden die Saudis morgen noch lange keine Kirchtürme erlauben“, gibt er zu bedenken. Abgesehen davon würden von dem Ganzen nur die Fanatiker profitieren.

Er hätte seine Freude gehabt, hätten die Schweizer anders entschieden: „Dann hätte ich hier auf der Arabischen Halbinsel sagen können: Schaut meine Schweiz, die bejaht grundsätzlich eine offene Gesellschaft – nehmt euch doch ein Beispiel.“

Aber mal ehrlich: Wären gestandene Islam-„Kritiker“, was sie sind, würden sie sich von solch wahrhaftig moderaten Stimmen auch nur im geringsten behelligen lassen?

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