Beleidigt vom „Artikelschwarm“: Thierry Chervel, gekränkter Kulturkritiker

Nur der Vollständigkeit halber: Des Perlentauchers Chefideologe Thierry Chervel macht sich inzwischen so seine Gedanken über die gegen zahlreiche Vertreter der sog. Islam-„Kritik“ vorgebrachte Kritik des Feuilletons. Man kann nicht gerade behaupten, dass Chervel den Luxus erlaubt, etwas Substantielles zur Debatte beizutragen. Im Gegenteil: Kritiker von Broder, Kelek und Co. werden als Schwärme bezeichnet, die getragen würden von schlechtem Gewissen. Weil es ihm übel aufstößt, wie mit den Frauen Necla  Kelek und Ayaan Hirsi Ali umgegangen wird, beschimpft er Birgit Rommelspacher aufs Übelste. Es ist atembeklemmend, und Chervel schlichtweg beleidigt:

Mag sein, dass sie das eigentliche Ziel der Feuilletonisten sind und dass man sie nur in männlicher Begleitung attackieren will. Dissidentinnen des Islams gelten ihnen als „rechts“, als nützliche Idiotinnen von Populisten und Nazis. Der Ehrentitel der Feministin wird ihnen aberkannt. In einer obszönen Volte zieht die Berliner Professorin Birgit Rommelspacher, Trägerin der Louise-Schroeder-Medaille des Abgeordnetenhauses Berlin, in der taz eine Linie von Necla Kelek und Seyran Ates zu den Nazis. „Der Einsatz für Frauenrechte und der Kampf um Hegemonie sind nicht per se Antagonismen“, doziert sie. Unter den Nazis zum Beispiel habe es antisemitische Feministinnen gegeben. Rommelspacher wirft Kelek und Ates vor, die Kultur des Islam für die Unterdrückung von Frauen verantwortlich zu machen, um im gleichen Atemzug zu erklären, dass das Christentum die Frauen doch auch unterdrücke. Ja, was denn nun? Der von Pascal Bruckner„Rassismus der Antirassisten“ offenbart in solchen Argumentation seine dümmste Fratze.  [Hervorhebungen von Chervel]

Fehlt nur noch, dass Rommelspacher von Chervel nun in die Nähe von Rommel gestellt wird…

Mein Eindruck: Da möchte sich einer nicht die moralinsaure Butter vom Brot nehmen lassen. Andere als Nazis zu verunglimpfen – diesen Job müssen weiterhin likudfreundliche Islam-„Kritiker“ und mit ihnen befreundete Feuilleton-Presseschau-Portale übernehmen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf: Dass sich die bekannten Akteure als hoffnungslos irrelevant erweisen. Thierry Chervel hat Angst. Angst ist aber der Tod des zarten Pflänzchens Debattenkultur.

7 Gedanken zu “Beleidigt vom „Artikelschwarm“: Thierry Chervel, gekränkter Kulturkritiker

    1. Ich bin der Auffassung, dass man mit Fundamentalisten a la Cherval nicht diskutieren kann. Dazu ist zuwenig Offenheit auf deren Seite vorhanden.

      Vielmehr wird das Debattenangebot doch nur zur Inszenierung der eigenen Position genutzt. Das kennt man von den Bemühungen der NPD Gerichtssäle und Medienberichte zu instrumentalisieren doch schon zu Genüge.

      Es gibt glaubwürdige und offene Kritiker der politischen Islam und von tradierten Verhaltensweisen von Menschen aus Ländern mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung, Herrn Cherval und andere kann ich aufgrund ihrer diffamierenden und vorverurteilenden Wortwahl nicht dazu zählen.

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      1. Konkretisierung.

        Ich sehe gerade, dass ich mich vielleicht etwas mißverständlich ausgedrückt habe. Keineswegs möchte ich Herrn Cherval Nähe zur NPD in inhaltlicher Hinsicht vorwerfen.

        Nähe würde ich aber in Hinsicht auf eine gewisse Wagenburgmentalität/manichäische Weltsicht unterstellen. Die Verve mit der Cherval jede Kritik an den von ihm protegierten „Islamkritikern“ mit zum Teil sehr harschen Bezeichnungen als komplett irrelevant verwirft, läßt mich aber darauf schließen, dass er im Irrgarten eines ideologisch geschlossenen Weltbilds gefangen ist.

        Und mit solchen Leuten kann man nicht diskutieren, da hier der Bereich des Glaubens, des sich in Besitzwissens einer unumstößlichen Wahrheit ohne Toleranzbereitschaft, erreicht ist.

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  1. Mir ist nicht ganz klar geworden wo Ihr Problem mit dem Text bzw. der Problematik liegt. Wenigstens ich empfinde „Das Behagen an der Unkultur“ eine sehr gelungene & lesenswerte Zusammenfassung der Situation(en) der Medien und politischen Institutionen.
    An welcher Stelle & warum ist Thierry Chervel denn gekränkt?

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