Wolfgang Benz‘ Meinung ist bei einigen unerwünscht.

Ein interessantes Interview mit Wolfgang Benz ist heute im Kölner Stadtanzeiger zu lesen. Darin äußert er sich zu Reaktionen auf seine Kritik an jener bestimmten Art von Islamkritik, in der Kritik mehr mit der Lust, die vermeintliche Lust am Einknicken lustvoll zu bejammern, denn mit Argumenten oder inhaltlicher Substanz zu tun hat, so dass diese Kritik in diesem Blog in Anführungszeichen gesetzt ist.

Ich bin mir nicht so sicher, ob mir die Fragen des Reporters nicht irgendwie unziemlich erscheinen. Interessant ist aber, was Benz zu den teils heftigen Angriffen gegen seine Person und sein Umfeld – man muss nur lange genug suchen, schon findet man einen Nazi; in Benz‘ Fall war es der Doktorvater- zu sagen hat. Zu Benz‘ eigener Herangehensweise im Streit um strukturelle Berührungspunkte von Antisemitismus und Islamophobie fidnet sich im Gespräch folgende Passage:

Sie vergleichen die heutige Auseinandersetzung um den Islamismus mit dem Berliner Antisemitismusstreit von 1879. Wer ist denn der Heinrich von Treitschke von heute? Eher der Publizist Henryk M. Broder oder eher die Islamkritikerin Necla Kelek? Wilders oder Rushdie?

BENZ: Muss ich das sagen? Muss ich das personalisieren? Muss ich das tun, was die tun, die meine Texte nicht lesen und mich als Feind outen und als Person bekämpfen? Mir kommt es darauf an, bestimmte Strukturen deutlich zu machen und deutlich zu machen, was ich an Parallelen sehe. Zum Beispiel Überfremdungsangst im Berliner Antisemitismusstreit und die heutige Abneigung gegen Moschee-Bauten. Es ist so schrecklich einfach zu sagen, der Treitschke war damals der böse Antisemit und heute ist es der X oder der Y, der den Hass gegen Muslime schürt. Mich interessiert, was sich als gesellschaftliches Gefühl ausbreitet. Diese stillschweigende gesellschaftliche Übereinkunft nach dem Muster „die Juden sind eben so“ meine ich. Ich will verhindern, dass sich eine solche Übereinkunft über die Muslime ausbreitet.

Weise.

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