Jemand sollte n-tv mal den Namen Baruch Goldstein rüberwachsen lassen…

n-tv weiß von palästinensischen Protesten gegen die Entscheidung der israelischen Regierung zu berichten, die  in Hebron befindliche Höhle der Patriarchen (Abraham, Isaac und Jakob), sowie das Grab Rachels (einer Frau Jakobs) in Bethlehem zum nationalen Kulturerbe zu erklären. Nicht verschwiegen wird, dass beide Stätten sich auf besetztem palästinensischem Boden befinden. allerdings muss der entsprechende Hinweis als Zitat des UN-Nahost-Sonderbeauftragten, Robert Serry, gekleidet werden:

„Diese Stätten befinden sich in besetztem palästinensischem Gebiet und sind von historischer und religiöser Bedeutung nicht nur für das Judentum, sondern auch für den Islam und das Christentum“, sagte der UN-Sonderbeauftragte für Nahost, Robert Serry.

So so, die Palis dulden die jüdische Religion nicht bei oder unter sich, könnte, ja sollte man jetzt meinen. Was für ein schlimmes Bild „die“ Palästinenser da mal wieder bieten. Und so berichtet man auf der n-tv-Website vom ewig beleidigten Araber, der immer nur auf Krawall gebürstet ist, und von Israelis, die am liebsten über ihr Militär in Kontakt treten mit der undankbaren Bevölkerung der Ländereien, die es seit 1967 besetzt hält:

Bei den Palästinensern, die das Westjordanland als Teil eines künftigen eigenen Staates beanspruchen, sorgte die Entscheidung für Empörung. Etwa hundert Palästinenser lieferten sich am Montag in Hebron gewaltsame Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten. Nach palästinensischen Angaben wurde ein Demonstrant durch ein Hartgummi-Geschoss verletzt. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, ein Soldat habe leichte Verletzungen erlitten.

Dabei vergessen wird, was 1994 in der genannten Höhle der Patriarchen zu Hebron ein gewisser Baruch Goldstein anrichtete,

der Arzt aus New York, der am 25. Februar 1994 in Hebron 29 Araber ermordete. Goldstein war frühmorgens mit seinem Galil-Automatikgewehr in das Machpela-Heiligtum gestürmt und hatte wahllos in die Menge betender Palästinenser gefeuert. Als er zum zweiten Mal nachladen wollte, erschlugen ihn Überlebende mit einem Feuerlöscher.

Was für eine Art der Berichterstattung n-tv betreibt, darüber schweige ich mich lieber aus. Aber was für eine Art von Geschichtspolitik Israel in der Westbank und anderswo, wo es um von Palästinensern erlittenes Unrecht aus israelischer Hand geht, praktiziert – genau das ist hier das eigentliche Thema. Eilig zusammengewurschtelte „Meldungen“, die mit einem Link zur Geschichte Israels „Von Adam und Eva bis Hadrian“ – einem Link, der dekoriert worden ist mit einer israelischen Staatsflagge und einem Bild von der Ausrufung des Staates Israel durch David Ben Gurion, haben offensichtlicherweise nicht einmal im Ansatz die Funktion, Informationen zu liefern, sondern – im Zeitalter des Infotainment ist nichts leichter als das – Propaganda.

Die Nakbah, sie mag nicht aufhören.

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