„Die Linke hat sich inzwischen derartig eindeutig antiisraelisch bis antijüdisch positioniert, dass dieses Problem unbedingt mit der Bekämpfung des Rechtsextremismus gleichgestellt werden sollte.“

Charlotte Knobloch, noch Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, hat in der Welt über Antisemitismus und deren schlimmste Überträger – Linke und Muslime – laut nachzudenken sich nicht verkneifen können und so einmal mehr ihre Funktion im hiesigen Israel-Palästina-Diskurs unter Beweis gestellt. „Ob die Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden die Gleichsetzung von Nazis und Linken mitträgt, daran darf gezweifelt werden“, meint Schmok – und hat eine glänzende Replik auf Frau Knobloch verfasst. Unbedingt lesen.

„Freund oder Feind?“, diese Grundkategorie des politischen Denkens eines Carl Schmitt, beherrscht in immer mehr beängstigender Weise das  hierzulande als überhaupt akzeptabel (oder auch eben denkbar) angesehene öffentliche Nachdenken über Israel. Solidarität verkommt zur preußischen Pflicht.

Nicht nur über den geistigen Zustand der Frau Knobloch, sondern über die hierzulande gepflegte Debattenkultur darf man besorgt sein.  Vermittelnde Positionen sind kaum noch zu vernehmen bzw. werden alsbald unter Antisemitismusverdacht gestellt. Der Standpunkt etwa, dass man in Europa geschändete jüdische Friedhöfe oder Angriffe auf Jüdinnen und Juden einerseits verurteilt und andererseits die israelische Siedlungspolitik ablehnt – ein solcher Standpunkt, wie ihn etwa Leute wie Slavoj Zizek vertreten, gilt sicher als Musterbeispiel rabulistischer Argumentation.

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