Fuad’s Trip nach Brüssel

Israel – ein geachtetes Mitglied der Staatengemeinschaft, aber das ist leider nicht genug… Eigentlich hätte Israels Industrie- und Handelsminister zufrieden sein können mit den Ergebnissen seines jüngsten, eintägigen Arbeitsbesuchs in Brüssel letzte Woche. Israel wird OECD-Mitglied, zudem wurde ein Abkommen zwischen der EU und Israel ratifiziert, in welchem der Verkauf israelischer pharmazeutischer Produkte in der EU geregelt wird. Alles pronto? Nichts da! Unterm Deckel brodelt es. Ma’ariv berichtet – und Coteret übersetzt:

A senior EU official told Fuad, in a private conversation, the following: “You just signed an agreement, and that’s nice, but I don’t think the European Parliament is going to ratify it. Israel is in the worst situation it has ever been in vis-à-vis the world. They just hate you.”

Eine wahrhaft schockierende Nachricht für ein Land, dessen Vertreter und weltweit lautstark agierende Fangruppen allen, die Israel bzw. dessen Regierungen nicht ihre grenzenlose Liebe für und für zusagen, die ewigen Verdammnis – oder zumindest die Vorstufe: Kampagnen, organisiert von Dershowitz, Broder und Honestly Concerned,  verheißen. Israel soll nicht respektiert, es soll geliebt werden. Stattdessen wird der arme Fuad Ben-Eliezer von sogenannten Freunden Israels nicht eben geschont:

We are sick of Israel, stop carrying on about the Iranian bomb as long as you don’t put an end to your conflict with the Palestinians. People have no patience left for Israel. Your friends are disappearing or going underground, your enemies are multiplying.

In anderen Worten: Ihr seid „so durchschaubar wie Plexyglas“ (Fettes Brot), wenn ihr mit dem Finger immer wieder auf Iran zeigt, nur um von Eurer eigenen Palästinenser- und Siedlungspolitik abzulenken. Aber Ben-Eliezer hätte niemals in seiner Partei und im politischen System Israels Karriere gemacht, hätte es jemals Zweifel an seinen Reflexen gegeben. Und doch, so ganz unrecht hat er ja nicht:

Fuad took it to heart. “There are attempts in the world to delegitimize us,” he said. “They treat us the way they treat Iran. Our legitimacy is fragile and only a real attempt to reach an agreement with the Palestinians will repair it.”

Nur, wer soll da mit wem verhandeln? Und: Was gibt es überhaupt noch auszuhandeln?

2 Gedanken zu “Fuad’s Trip nach Brüssel

  1. Das Grundproblem ist meiner Meinung nach mit diesen Sätzen gut beschrieben:

    People have no patience left for Israel. Your friends are disappearing or going underground, your enemies are multiplying.

    Die Leute haben einfach keine Lust mehr noch länger Geduld zu zeigen. Die israelischen Regierungen haben über Jahrzehnte keinerlei Lösungen gefunden, um den Konflikt friedlich beizulegen.

    Und jetzt wenden sich mehr und mehr ab. Eigentlich traurig, aber durchaus auch selbstverschuldet.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s