Jörg Marx: „Liebe Antisemiten, möge das Internet euere Einträge niemals vergessen.“

„Sieg!!!“ oder: Wer keine Punkte gibt, wird mit Online-Geschichtsklitterung ohne Ende bestraft.

Via Metalust flatterte Jörg Marx‘ Blogpost zu Lenas deutschem Sieg in Oslo ins Haus. Wieder einmal bin ich sprachlos und bin mir sicher: Das nächste Einstellungsgespräch kommt für diese Zeitleser und Facebook-Nutzer bestimmt, und ihre Bilder und Namen sind vorher gegooglet worden. Ich freu mich schon jetzt auf die Fußball-WM…

Nachtrag:

Dass man selbst den größten Stuss von seiten besonders ironisch-gebrochener Antisemiten noch versuchen kann, irgendwie ideologisch Kapital zu ziehen, beweist der Kommentar zum besagten Blogpost von einem User „Jacob“. Er schlägt gleich mit zwei Fäusten zu – und kann sich offenbar nicht entscheiden, welche nun seine Schlaghand sein soll – die antiarabische:

Es fällt auf, dass die “harten Antisemiten” unter den Postern allesamt scheinbar arabisch-stämmig sind.

– oder die antijüdische:

Und das heute “Jude” ein Schimpfwort unter Jugendlichen ist stimmt. Ich bin mir nicht ganz sicher woher es kommt, aber vielleicht liegts daran, dass wir schon in der Schule etwas über die “Judenklischees” lernen, die damals von den Nazis verbreitet worden sind, auch wenn sie nicht die ersten waren. Dadurch muss selbst ich wenn ich eine Person treffe die in irgendeiner Form geizig ist, direkt ans Judentum denken.

Wobei  „Jacob“ für die von ihm verbreiteten Antisemitismen natürlich keine Verantwortung übernehmen will. Wann und wo dieser „Jacob“ wohl welche Schule besucht haben will, diese Frage keimt mir im virtuellen Gebeiß.

Und wenn die eigene Schulbiographie erschöpfend genug verwurstet worden ist, gibt es immer noch Andere, die Schuld haben, wer auch immer das sein mag. Das weiß „Jacob“ offenkundig selbst nicht so genau…:

Hinzu kommen noch die ganzen antijüdisch eingestellten ethnischen Gruppierungen in Deutschland.

Wen meint „Jacob“ nur? Deutsche?

6 Gedanken zu “Jörg Marx: „Liebe Antisemiten, möge das Internet euere Einträge niemals vergessen.“

    1. Weil es „wir Deutsche“ gar nicht gibt und weil nur diese Lena gewonnen hat sonst niemensch. (Naja, vielleicht noch Stefan Raab und die beiden Komponist*innen des Songs.)
      Ich habe nicht gewonnen, nur weil dieses blöde Wort auf meinem Perso steht, ich habe nicht gesungen und ich werde auch nich Fußball spielen. Wieso sollte mensch sich also freuen? Ich fand Lens Beitrag keinesfalls am besten und verstehe auch nicht, warum sie mit einem solchen Abstand gewonnen hat.
      Was mich aber immer richtig ankotzt ist dieser nationalistische Zwangskollektivismus. „Wir“ haben den „Grand Prix“ gewonnen, „wir“ sind gegen KP Boateng, etc. usw. . Niemensch hat auch nur ansatzweise das Recht dazu, mich in ein komisches nationalistisches Kollektiv einzuordnen, dessen Teil ich nicht sein will und wer es doch tut (gewisse Social-Network-Gruppen heißen „82 Millionen gegen KP Boateng“) dem stopfe ich sein blödes Maul mit nem schwarz-rot-gelben Schal.
      Für Israel! Für KP Boateng! Für die Anarchie!

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  1. ach, phillipp. wenn freude nur in verbindung mit der herabsetzung (und in der ungehemmten konsequenz erheblichen beeinträchtigungen) anderer menschen geht – und darum, und NUR darum geht es bei der kritik an dem dumm-gejubel – dann ist dies eine freude, die ein verständiger denkfähiger mensch nicht akzeptieren KANN!

    was ist daran denn so schwer?

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