Pünktlich zur Fußball-WM: Antideutsche dürfen deutscher werden!

Das Problem: Man freut sich auf die Fußball-WM und möchte zusammen mit den Schwarzweißen Adlern auf der Brust und der schwarz-rot-goldenen Fahne in der Hand beim Public Viewing mitfeiern – Stichwort: „Fanta statt Fatwa“ bzw. „Sherry statt Sharia“ – , aber: Als Antideutscher geht das nicht. Was soll die Gang dazu sagen? Aram Lintzel kennt die Lösung.

Nun kann die Fußball-WM wirklich losgehen!

Erstens: Kritik am Fußball-Nationalismus mehr oder weniger direkt als antisemitisch geißeln – und dafür dann auch noch Deutschtürken als lebende Schutzschilder benutzen:

Dieses zunächst nicht unsympathische Gemaule enthält zugleich die Unannehmlichkeiten der antideutschen Position. „Es geht wieder los“ verweist auf die Logik der Latenz, im Jubelfan schlummert die Barbarei. Und ohne empirischen Test wird dann gleich eine abgedichtete Volksgemeinschaft fantasiert, die sich ultrahomogen aus Nachkommen der Täter zusammensetzt („Unschuldig wie einst die Ahnen“). Deutsche türkischer Herkunft gehören nicht dazu und erst recht nicht jüdische Deutsche!

Zweitens: Auf bewährte Mittel zurückgreifen, d.h. beliebte Projektionsfiguren, ohne dass sie etwas dafür können, zur Unterfütterung der eigenen These ausbeuten:

Zur idealistisch abgedunkelten Wirklichkeit gehörte 2006 eine Gruppe schwarz-rot-gold geschminkter Israelis, die nach dem Spiel Deutschland gegen Argentinien am Brandenburger Tor feierte. Die, mit denen ich da auf der temporären Tribüne saß, waren keineswegs solche Israelis, die in Deutschland – aus dem Nahost-Zusammenhang gerissen, in den deutschen Entlastungsdiskurs geschmissen – als Stichwortgeber einer „legitimen Kritik“ an der Politik Israels herbeigerufen werden. Es waren genau jene amtlichen Zionisten, mit denen Antideutsche „bedingungslos solidarisch“ sind.

Ob „legitime“ Kritiker oder „amtliche Zionisten“ – nach wie vor müssen Juden hierzulande damit rechnen, auf der Hut sein zu müssen. Und sei es nur vor der Umarmung eines antiantiantisemitischen wissenschaftlichen Grünen-Mitarbeiters. Die Lizenz zum Fußballrausch durch „Muster-Juden“ im antideutschen Sinne schließt den Kreis: Letzten Endes ist die antideutsche Szene kein antinationales Projekt „gegen Deutschland“, sondern nichts Anderes als eine besonders verdruckste Version bedingungsloser Israel-Begeisterung, einhergehend mit teils wirklichlich krassem Antiarabismus. Scheiß auf Kritik…

Ich frage mich nur, was die Anhänger dieses Kultes tun, sollte es im Zuge einer Fußball-WM einmal zum Aufeinandertreffen der DFB-Auswahl und Israels kommen.

Sei’s drum: Wie schrieb Victor de Arroyo gestern:

also manche Leute schnallen´s nie…die können die (bzw. IHRE) Welt auch nur in S/W, Pro-/Contra/ oder Gut/Böse einteilen…

Fehlt noch „schwarz und weiß“ (O. Pocher)…

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