Firas Maraghy leistet Widerstand

Mir fehlt es an Kenntnissen, ob man den vorliegenden Fall als besonders krasses Beispiel von strukturellem Rassismus von Seiten israelischer Behörden, die sich nicht einmal an eigene Statuten zu halten brauchen handelt. Vielleicht ist es auch etwas arg pathetisch zu sagen: Die Nakba geht weiter! Firas Maraghy, Palästinenser aus Jerusalem-Silwan und derzeit wohnhaft in Berlin, leistet jedenfalls Widerstand. Es geht um sein Rückkehrrecht. C. Sydow berichtet für Al-Sharq:

Seit elf Tagen sitzt Firas Maraghy auf einem Campingstuhl unter einer Buche in der Berliner Auguste-Viktoria-Straße, schräg gegenüber der streng bewachten israelischen Botschaft. Der 38-Jährige befindet sich im Hungerstreik. Seit dem 26. Juli hat Firas keine Nahrung mehr zu sich genommen, nur ab und zu gönnt er sich einen Schluck Wasser und eine Zigarette. Der Palästinenser kämpft gegen die israelischen Behörden.

Firas Maraghy, seit dem 26. Juli 2010, im Hungerstreik vor der israelischen Botschaft in Berlin (Bild: Al-Sharq)

Firas wurde 1971 in Silwan, einem Viertel des vier Jahre zuvor von Israel annektierten Ostjerusalem geboren. Seine Familie lebt seit Generationen dort. Er ist staatenloser Palästinenser, besitzt weder einen israelischen noch einen palästinensischen Pass. Nur ein so genanntes Laissez Passer – Dokument ermöglicht es ihm zu verreisen. Firas ist seit 2007 mit einer deutschen Frau verheiratet, seither lebt er in Deutschland, im Dezember 2009 wurde hier die gemeinsame Tochter geboren.

Im Mai letzten Jahres reiste er nach Jerusalem um seine Papiere zu erneuern und seine Ehe eintragen zu lassen. Die israelischen Behörden teilten Firas mit, er habe jegliche Rechte als Einwohner Ostjerusalems verloren. Dies ist jedoch selbst nach israelischen Gesetzen nicht rechtens, da diese lediglich vorsehen, dass nicht-jüdische Einwohner Ostjerusalems nach sieben Jahren Abwesenheit ihr Wohnrecht verlieren. Firas war jedoch nur eineinhalb Jahre lang im Ausland und kommt weiterhin allen Pflichten nach – selbst seine Krankenversicherung in Jerusalem zahlt er pünktlich. „Nur mein Reisedokument wurde 2009 von den Israelis verlängert, vermutlich in der Hoffnung, ich werde nie wieder zurückkehren“, erzählt Firas.

Neueste Infos zum Fall Firas Maraghy gibt es auf einer entsprechenden Facebookseite. Und wer eine Petition zugunsten Maraghys online unterzeichnen möchte, kann dies hier tun.

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