Humanität per se

Es gilt, vor einer weiteren Art von Auswüchsen in Sachen Solidarität zu warnen. Ein Fehler  besteht ja oft schon im Ansatz darin, sich mit den Opfern von Gewalt so dermaßen stark zu identifizieren, dass daraus eine Art positiver Rassismus entsteht – man denke u.a. auch an Philosemitismus oder an jene, die palästinensischer als Palästinenser sein wollen, u.a. weil man es aus der guten alten Zeit in der Israelsolidarität so gewohnt ist.
Urmilla bringt auf den Punkt:

Auch wenn sich Rassismus gerade sehr stark gegen Muslime wendet, darf nicht übersehen werden, dass Rassismus sich kontextspezifisch andere Andere sucht (sie hat das mit Verweis auf den Antisemitismus des 19. Jahrhunderts und dem gescheiterten Anti-Antisemitismus dieser Zeit erläutert). Die dominante Zielrichtung kann sich schon bald wieder ändern, die Ausgrenzungsmechanismen bleiben die gleichen. Gegen diese müssen wir uns engagieren.

Man muss nicht „Philoarabist“ sein, um von aktuellen Formen sog. „Islamkritik“ angewidert zu sein. Letzten Endes ist Solidarität ein anderes Wort für Humanität bzw. solidarisches Handeln ist humanitäres Handeln an und für sich.

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