„They are coming here to support the Palestinians, not to be Palestinians.“

Solidarität sollte etwas mit jenen zu tun haben, mit denen man/frau sich solidarisch fühlt. Leider ist Solidarität – gerade im Hinblick auf Israel-Palästina – vielfach verkommen zu einem Synonym für Selbstverwirklichung, Selbstbezüglichkeit, Selbstbefriedigung.

Wer einmal besichtigt hat, wie Solidarität mit Israel bzw. Solidarität mit Palästina „auf Deutsch“ gestaltet wird, weiss, was ich meine. Aus der Perspektive der jüdisch-amerikanischen Palästina-Aktivistin hat Alison Ramer fragt selbstkritisch, ob internationale Solidaritätseinsätze in Palästina (etwa jene, die von der ISM organisiert werden) wirklich dazu geführt haben, dass Palästinensern Hilfe widerfahren sei. Der Eindruck, dass internationale AktivistInnen zuweilen in die Falle des Besatzungstourismus tappen und Palästina als Abenteuerspielplatz behandeln, zieht sich wie ein roter Faden durch Ramers Artikel:

Wearing a red t-shirt, kaffiyah and several new Palestinian flag-colored bracelets around her wrist, a twenty-four year old activist from London passionately spoke about her experience as an occupation tourist at a weekly protest of the wall in the West Bank village of Nil’in. In addition to being detained at the airport, she had been arrested at her first demonstration just a week ago, and held by the Israeli police for several hours. At the police station, she moved about freely, blowing smoke in the faces of soldiers, handing out cigarettes to Palestinian prisoners and singing Bob Marley songs. „Some of the soldiers even hit on me,“ she said. „It was like a movie.“

Dabei geht es doch um etwas ganz Anderes. Ramer zitiert Joseph Dana:

„No offense to the activists — they are very brave… but they need to remember that the Palestinians are the one’s who are protesting, and that they are coming here to support the Palestinians, not to be Palestinians.“

Als merkwürdig ist der Umstand zu bewerten, dass Ramer zwar sehr viel über Solidarität mit Palästinensern spricht, diese in ihrem Beitrag aber nicht zu Wort kommen lässt.

Aber da muss ich mir an die eigene Nase fassen. Ich bin schließlich auch nicht besser. Auch in diesem meinem Blog kommen entschieden zu wenig palästinensische Stimmen zu Wort.

Ein Gedanke zu “„They are coming here to support the Palestinians, not to be Palestinians.“

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