Böser Reinfall für Kristina Schröder, geb. Köhler

Es begab sich, dass Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, damals noch Köhler, im Dezember letzten Jahres folgende Idee in die Bütt warf:

Die neue Familienministerin Kristina Köhler möchte die Programme gegen Rechtsextremismus auf den Prüfstand stellen und sie zudem gegen „den Linksextremismus und ebenso gegen den islamistischen Extremismus“ ausrichten.

Zwar, so beeilte sich die Zeit anzumerken, sei die Dame „keine Rechte“, doch der Applaus aus dem braunen Lager war herzlich und warm. Zumal die Zeit mit pikanten Details keinesfalls geizt:

Beim DVU-nahen Blog Gesamtrechts heißt es, Kristina Köhler erscheine „aufgrund ihrer Kompetenz in Sachen Islam und Linksextremismus als kleines Hoffnungszeichen“. Die Islamophoben von Politically Incorrect bezeichnen sie als „ein in vieler Hinsicht erfrischendes neues Gesicht in der schwarz-gelben Bundesregierung“. Und die deutschnationale Blaue Narzisse glaubt, Köhler habe „das Potential, der Brückenkopf eines neuen Konservatismus in der siechen CDU zu werden“.

Und eine Freundin Israels ist sie auch noch. Kristina Schröder, ehemals Köhler, das junge Gesicht der Tea-Party-Fraktion innerhalb der Union! Seit Anfang 2010 existiert, so liest man in der taz, ein Formular des Bundesamtes für Justiz, in welchem Opfer von politisch motivierter Gewalt angefordert werden, eins von drei Kästchen anzukreuzen:

Eines für Opfer eines rechtsextremistischen oder antisemitischen Übergriffs. Und je eines für Opfer eines islamistisch oder linksextremistisch motivierten Übergriffs.

Die Botschaft der dieses Formular autorisierenden Instanz – aka Bundesregierung: Alle Extremismen sind in diesem Lande gleich zu behandeln. Um die oben erwähnten braunen Kreise frei zu zitieren: Bravo, Frau Schröder, geb. Köhler! Doch nun heisst es für unsere Junior-Ministerin für familienorientierte Weltanschauungen, den Blick – und nicht etwa das Haupt – zu senken: Keinesfalls ist vollbracht, was sich vor knapp einem Jahr doch so prächtig anließ. Die – vor langer langer Zeit ihrerseits linke – taz berichtet im selben Artikel:

Ein Brief von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) an den Vorsitzenden des Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU), lässt allerdings stark an dem Schwenk der Bundesregierung zweifeln. Laut dem Schreiben, das der taz vorliegt, gab es in den ersten acht Monaten bereits 71 Anträge von Opfern rechtsextremistischer Straftaten (2009: 125). Anträge von „Opfern sonstiger extremistischer Straftaten“ gab es demnach dagegen bislang noch nicht.

Ein böser Reinfall – für die Ministerin, für die Bundesregierung, für die Union, für Deutschland. Aber: Wenn man schon Schröder oder Köhler heißt… Nur gut, dass die taz so nett war, sie nicht namentlich zu erwähnen.

Rückblickend war es vielleicht ein Fehler, es bei nur drei Kästchen zu belassen – es fehlt noch eins für Extremismus der Mitte.

Meine Prognose: Diese Blamage werden weder Kristina Köhler, noch Kristina Schröder oder sonstwer in der Union ausbaden müssen- es gibt ja zu viele Muslime im Lande, die sich, so der Beschluss, einfach nicht integrieren wollen.

3 Gedanken zu “Böser Reinfall für Kristina Schröder, geb. Köhler

  1. Das bringt mich wirklich etwas zum Grinsen, auch wenn mich Leute wie Frau Schröder sonst eher traurig machen.
    Vor rechter Gewalt wird zu oft die Augen zugemacht. Es ist teilweise eine Frechheit was sich die Rechtsextremen erlauben können. Zum gestrigen Jahrestag der Novemberpogrome durften Nazis in Essen eine Kundgebung zum „Gedenken an die Mauertoten“ abhalten.

    Frau Schröder und Co tragen dazu bei, dass rechte Gewalt verharmlost wird.

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