72 Jahre nach der Reichspogromnacht im „christlich-jüdischen Abendland“

Rechts gleich links, Auschwitz gleich Sibirien, DDR gleich Nazi-Deutschland, Koran gleich „Mein Kampf“ – inmitten des von mir ja eher inkonsequent betriebenen, aktiven Schweigens zum vor Zynismus nur so quillenden Gelalle vom christlich-jüdischen Abendland – allein die Reihenfolge der hier bemühten Weltreligionen ist vielsagend -, macht Heribert Prantl auf einen weiteren wesentlichen Aspekt aufmerksam:

Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. In Kürze soll diese auf dem CDU-Parteitag halbamtlich dekretiert werden. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, weil die nun beschworene Gemeinsamkeit über Jahrhunderte hin die Gemeinsamkeit von Tätern und Opfern war.

Und Regierungsmitglieder wie Kristina Schröder werden verfolgte Antifaschistinnen. Prantl bringt es auf den Punkt:

Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime als unverträglich zu kennzeichnen.

Vielen Dank für den Lesehinweis  nach Oeffingen. Um eine in ähnlichem Maße gewaltige Heuchelei handelt es sich, wo wir gerade über die Erinnerung an den 9. November 1938 sprechen, bei der Angelegenheit Grosser. In diesem Punkt ist der Beitrag von Schmok wärmstens zu empfehlen – nicht zuletzt aufgrund seiner Leseempfehlungen.

4 Gedanken zu “72 Jahre nach der Reichspogromnacht im „christlich-jüdischen Abendland“

  1. „Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime als unverträglich zu kennzeichnen.“
    Lieber mondoprinte, müssen denn die Juden immer Opfer sein, und sind sie immer Opfer? Agieren sie nicht auch aus eigenem Gusto?

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