Ramona Ambs vermischt so manches.

Wenn Islamkritiker zur Tat schreiten, bleibt oft kein Auge trocken. Was als Kritik dargestellt wird, ist oft nichts Anderes als die Weiterverbreitung übelster Klischees und Vorurteile über eine Menschengruppe. Dasselbe kreiden Israelfreunde oft Israelkritikern an. Wo Israelkritik draufsteht, ist Judenhass oft zumindest mit drin. Innerhalb der diversen Fankreise im Umfeld von Israel-Palästina besteht eine große Unklarheit darin, was Kritik eigentlich meint. Fast hätte ich geschrieben, ich hätte den Begriff der „Kritik“ nachgeschlagen:

Kritik (französisch: critique; ursprünglich griechisch: κριτική [τέχνη], kritikē [téchnē], abgeleitet von κρίνειν krínein, „[unter-]scheiden, trennen“) bezeichnet „die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung“ in Bezug auf eine Person oder einen Sachverhalt.

Umgangssprachlich beinhaltet der Begriff zumeist das Aufzeigen eines Fehlers oder Missstandes, verbunden mit der impliziten Aufforderung, diesen abzustellen. Im philosophischen Sprachgebrauch bedeutet Kritik die Beantwortung der Frage nach den Bedingungen von etwas. In diesem Sinne meinte Immanuel Kant mit seiner Kritik der reinen Vernunft (1781) nicht eine Beanstandung reiner Vernunfterkenntnis, sondern er suchte nach den „Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis“ aus reiner Vernunft. Ebenso will die geschichtswissenschaftliche „Quellenkritik“ nicht ihre Quellen herabwürdigen, sondern fragt nach den Bedingungen, unter denen Quellen einen Wert für die historische Erkenntnisgewinnung haben.

Die Aussagen, mit denen Ramona Ambs in ihrer Abrechnung mit dem Verhalten, das hierzulande Christenmenschen in Verbänden zuweilen an den Tag legen, wenn das Thema Israel-Palästina als Tagesordnungspunkt ausgerufen wird, die Zeilen füllt, haben mit Erkenntnisgewinnung höchst wenig zu tun. Konstruiert wird ein Gegensatz, der nicht nur in sich verkehrt ist, sondern auch noch in seiner Veranschaulichung mehr als bedenklich hinkt und wankt. Auf der einen Seite befinden sich laut Ambs israelkritische Christen. Wer wird als Erstes genannt? Die Antijudaisten von kreuz.net. Mit ihnen in ein Hilfsboot werden platziert: Die palästinensischen Verfasser des Kairos-Dokuments, sowie Pax Christi. Letztere beiden Kritiker-Kollektiven sind ihrerseits in herzlicher Zuneigung verbunden. Die Tatsache, dass Vertreter einer christlichen Theologie im palästinensischen Kontext, sowie eine linkskatholische Friedensbewegung überhaupt in einem Atemzug genannt werden mit kreuz.net, offenbart die Intention der Verfasserin: Kritik an Israel durch Christen ist nicht nur nicht erwünscht, sie wird mit einem Bann belegt. Der Hinweis, dass Pax Christi bei der Gazaboot-Kampagne gemeinsame Sache gemacht hätten mit „rechtextremen türkischen Gruppen“, unterstreicht ebendiesen Eindruck.
Es ehrt Ramona Ambs, dass sie auch die Vereinnahmungsversuche von Juden bzw. jüdischen Israelis durch christliche Fundamentalisten verurteilt. Doch begeht sie einen leichtfertigen Fehler, wenn sie deren umgedrehten Antisemitismus als Israelsolidarität deklariert.
Den Vogel schießt Ambs mit ihrem Versuch ab, beide Enden des einen stinkenden Fadens zusammenzuknoten:

Eins jedoch haben israelkritische und israelsolidarische Christen gemeinsam: sie missbrauchen biblische Verheißungen für ihre jeweils eigene Mission. Und schon allein deshalb sollte man diese Gruppen ausschließen.

Und so werden palästinensische Kirchenvertreter bzw. kontextuelle Theologen und Pax Christi nicht nur mit kreuz.net, sondern auch mit „christlichen Freunden Israels“ fundamentalistischer Colour und Provenienz vermischt. Die Absage an den einen  „christlichen“ Zionismus von „Christen an der Seite Israels“ und anderer Horror-Kabinette erweist sich als nichts Anderes denn als Schaumstoff. Die Sorge um Muslime angesichts einer christlichen Umarmung Israels bringt nichts hervor als potemkinsche Krokodilstränen. Letzten Endes geht es Ramona Ambs dann doch nur darum, Israelkritik zu verteufeln – ich benutze „verteufeln“ im theologischen Sinne, denn Theologie im fundamental(istischst)en Sinne betreibt Ambs schließlich im Dienste Israels.

Nicht nur, dass weder die – alles andere als fundamentalistische -Herangehensweise an die Schriften des Ersten und des Neuen Testaments von Seiten führender palästinensischer Theologen (Ateek! Raheb!) der Ignoranz überantwortet werden.

Nicht nur, dass Pax Christi, eine Bewegung, die Maßstäbe gesetzt hat im christlich-jüdischen bzw. jüdisch-christlichen Gespräch nach 1945, mal eben in einen Käfig mit christlichen Hasspredigern gesteckt werden!

Nicht nur, dass die Begriffe „Kritik“ und „Solidarität“ in gänzlich falschen Gegensatz zueinander gestellt werden!

Nicht nur, dass Israelkritik von außen abgelehnt wird! Nicht nur, dass Solidarität mit Israel höchstens parodistisch dargestellt wird!

Nein: Israelkritik als Israelsolidarität oder auch: Kritik als Ausdruck von Solidarität – auf einen solchen Gedanken kommt Ramona Ambs nicht. Wie sollte das auch möglich sein?

Ich habe es bedauert, dass Pax Christi Abschied genommen hat von der Formel einer Doppelten Solidarität. Es scheint, als habe eine Ramona Ambs nur auf diesen Moment gewartet. Wir leben in harten Zeiten. Der Feind muss immer benannt werden. Und Solidarität:

Solidarität (abgeleitet vom lateinischen solidus für gediegen, echt oder fest; Adjektiv: solidarisch) bezeichnet eine, zumeist in einem ethisch-politischen Zusammenhang benannte Haltung der Verbundenheit mit – und Unterstützung von – Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer. Sie drückt ferner den Zusammenhalt zwischen gleichgesinnten oder gleichgestellten Individuen und Gruppen und den Einsatz für gemeinsame Werte aus (vgl. auch Solidargemeinschaft).

[Hervorhebung von mir]

– Solidarität ist nicht möglich. Wegen der Fundamentalisten. So sieht es die Autorin. Und baut weiter mit an der Wagenburg Israel. Auf palästinensischem Land.

22 Gedanken zu “Ramona Ambs vermischt so manches.

  1. Frau Ambs kann es einfach nicht lassen!
    Völlig egal wie Christen sich verhalten, was sie tun, sagen oder lassen, ob für oder gegen Israel, Juden, Palästinenser, Moslems oder Atheisten, es ist mit Sicherheit eines: FALSCH!

    Frau Ambs vermischt so ziemlich alles mit allem zu einem ungenießbaren Konglomerat abgrundtiefer Verachtung gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Christen – ob katholisch oder evangelisch, freikirchlich, fundamentalistisch, evangelikal oder linksprotestantisch – oder Leuten, die mal irgendwann etwas von Christentum gehört oder rein zufällig neben einer Kirche gewohnt haben.

    Sie leistet Hagalil damit einen Bärendienst.

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    1. Mir geht es nur eher darum, dass Ramona Ambs Kritikabwehr betreibt, indem sie Christen – denen man in der Tat sehr Vieles vorwerfen kann, die aber gerade hierzulande nach 1945 sich große Verdienste um die (Wieder?-)Erstehung eines jüdisch-christlichen Gesprächs erworben haben -, dass sie besagter (nicht-jüdischen) Community samt und sonders das Recht abspricht, sich überhaupt zu Israel-Palästina zu äußern. Sei es kritisch, sei es solidarisch. Und so stattet Ambs Israel mit noch höheren – symbolischen – Mauern aus, als es sie ohnehin schon gibt…
      Ich lese den Text ein wenig anders als Du. Aber vielen Dank für Deine Rückmeldung.

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  2. Was hat denn nun Hagalil damit zu tun? Seit wann kann man Hagalil als „Verteufeler“ des Christentums bezeichnen? Hagalil ist eine linksdemokratische Plattform mit einem (mal stärkeren, mal schwächeren) Hang zum israelischen Nationalismus. Aber als „Christenhasser“ habe ich sie bisher noch nicht wahrgenommen.

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  3. Ich denke nicht, dass sie „die“ Christen meinte. Die erwähnten, ich muss sie schon Pamphlete nennen, in Bezug auf Israel, die einseitiger nicht sein können, sind unerträglich und unsäglich. Dies meine ich auch unabhängig davon, dass es sich unter anderem hierbei um pal. Christen handelt.

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  4. @ „… samt und sonders das Recht abspricht, sich überhaupt zu Israel-Palästina zu äußern.“

    Das ist der Grund, warum ich meine, sie schade damit auch Hagalil. Ich habe eine Zeit im Forum diskutiert, abis es einfach unerträglich wurde, weil alle, die nicht dem Mainstream entsprachen, niedergeknüppelt wurden. Artikel wie der oben genannte verstärken diese Tendenz. Das ist schade.
    @Yael,
    du hast natürlich recht, dass es unsägliche Pamphlete von Leuten gibt, die für sich „die“ christliche Erkenntnis und Weisheit in Anspruch nehmen und übel gegen Juden zufelde ziehen. Gegen die würde ich mich sogar mit Ramona solidarisieren – wenn sie mich denn ließe!
    Lg Rika

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  5. was der Artikel von Ramona Ambs u.a. vergisst zu erwähnen, ist, dass führende „israelsolidarische“ Vertreter der religious right in den USA (John Hagee, Billy Graham, Pat Robertson, Jerry Falwall) gleichzeitig paranoide Antisemiten sind

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  6. Ramona Ambs gehört eigentlich eine Zeitlang auf die Couch!
    Aber es ist schon bezeichnend, dass haGalil einen solchen Text veröffentlicht, eine Homepage, die vorgibt, gegen Antisemitismus zu arbeiten.
    Mit einem solchen Artikel wenden sich selbst echte Freunde des Judentums ANGEWIDERT ab – und das soll Arbeit gegen Antisemitismus sein?
    Ich gebe zu, dass es sicher falsche christliche Freunde gibt (unter ihnen auch jene, die nur heimliche Mission im Sinn haben), aber im 21. Jh. gibt es auch Menschen mit der entsprechenden HERZENSWEITE, die vielleicht wirklich Freunde sind/wären – ohne falschen Hintergedanken – aber diese Tatsache geht nicht in das (verkorkste) Köpfchen (und VERSTEINERTE HERZCHEN) von Ambs – da ihr selbst eben diese Herzensweite voll und ganz fehlt (man kann nicht einmal sagen, abhanden gekommen ist, da sie diese NIE besessen hat)! Traurig!
    Sorry, aber ihr schaufelt euch euer eigenes Grab!

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    1. PS: Ramona Ambs ist keine echte Israelitin. In Israel konnte ich bereits jüdische Frauen ECHTEN GLAUBENS kennenlernen – und die haben eine ganz andere Ausstrahlung!
      Romana Ambs ist zu allererst eine säkularisierte, arrogante Deutsche.

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  7. hagalil ???
    Ist das nicht die kostenlose Psycho-Station und Droge von Romana Ambs, Jane etc. etc. etc.???

    „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. 🙂

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    1. Was soll der Quatsch?
      Mir geht es um Ambs‘ Text, nicht um Hagalil. Zumal: Wenn ich mir so anschaue, wer besonders aktiv in den Leserkommentaren bei Hagalil mitmischt, finde ich unter dem Ambs-Text oft den User/die Userin namens „Wahrheit“. Kein Grund also, hier persönlich über Leute herzuziehen bzw. sie für ein Verhalten lächerlich zu machen, das DU selbst an den Tag zu legen scheinst.

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  8. Wer selbst kein religiöser Mensch ist, braucht nicht über die Menschen anderer Religion HERFALLEN!
    Ambs liegt sowohl sachlich als auch persönlich/menschlich komplett falsch. Eine Diskussion über den Inhalt ist somit OBSOLET – da es auf einer anderen Ebene gewaltig HINKT!
    Sie hätte lieber einen Artikel über Politik oder die Untiefen der Seele schreiben sollen – das passt besser zu ihr – da kennt sie sich besser aus – Schuster bleib‘ bei deinen Leisten!

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    1. Im Übrigen möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich bereits mehrmals (auch in anderen jüdischen Foren) erlebt habe, dass Christen als Volltrottel hingestellt werden.
      Jeder kann sich dazu seinen Teil denken, daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen und in Zukunft entsprechend handeln!
      Aber als Jude darf man sich jetzt (Jahrzehnte nach dem Holocaust) offenbar alles erlauben!

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  9. Ein wahres Wort? Welch unerwartet neue Wege sich manches mal ergeben!
    So gelange ich hier nach MondoPrinte des bei Hagalils vorgestellten Artikels von Ramona Ambs („Wenn Christen zu sehr lieben…“) wegen.
    Als ich dort einen relativ ausführlichen Kommentar setzen wollte, war die Funktion dazu leider bereits ausgeschaltet. Kismet!
    Nun also (danke MondoPrinte!) habe ich doch noch eine Gelegenheit mich dazu zu äußern.
    Zu Ramona Ambs (als Person) habe ich mich nicht zu äußern, allerdings fand ich einen interessanten Weg mich weniger zu dem Artikel selbst zu äußern und dennoch wahrscheinlich einen ihrer Kritikpunkte an Christen im Allgemeinen wiederzugeben.

    Interessanterweise war es einer der Kommentierenden (den Namen/Synonym möchte ich nicht nennen, die Leser des Artikels und Kommentarbereichs bei Hagalil werden es wiedererkennen), der sehr gut anhand seiner Aussagen ein grundsätzliches Mißverständnis zwischen Christen und Juden (gerade auch in Israel) aufdeckte, ohne es anscheinend selbst so erfaßt (?) zu haben. Der nicht Genannte ist, so habe ich es verstanden, wohlmeinend; er äußert sich als Christ.

    Ursprünglich, wie oben angemerkt, wollte ich etwas ausführlicher und differenzierter auf diesem „Drei-Spiegel-Weg“ (Ramona Ambs, der nicht Genannte und ich) kommentieren, hier aber ist es wohl sinnvoll, auf nur ein Zitat (es folgt) einzugehen, um oben erwähntes zu erläutern.

    Das Zitat des nicht Genannten ist hier nun zwar aus dem ursprünglichen Kontext herausgerissen, aber für sich aussagekräftig genug:

    „Wahrheit ist von dir und mir unabhängig -…“

    (ich bemühe mich wirklich, die Aussage, die zu dem Zitat selbst gehört, bzw die vermeintliche Meinung des „nicht Genannten“ gerecht wiederzugeben, es liegt nicht in meiner Absicht etwas zu verfälschen,
    überprüft werden kann das Ganze im Kommentarbereich unter http://www.hagalil.com/archiv/2010/12/15/christen-4/.)

    „Wahrheit ist von dir und mir unabhängig -…“ denn es gibt nur eine Wahrheit, ergänze ich frei.

    Und diese „Wahrheit“ kann nur die sein, die der nicht Genannte seiner christlichen Glaubensrichtung zuschreibt. Und genau da liegt die crux, die, wie ich es verstehe, auch Ramona Ambs kritisiert.
    Christen versuchen Juden in Israel „die eine Wahrheit“ beizubringen.
    Wen wundert es denn, das sich da so mancher nicht von „beglücken“ lassen mag, religiös oder nicht?
    Wenn diese Christen in „Solidarität“ in Israel (oder sonst wo) agieren wollen, dann sollen sie doch das Missionieren sein lassen.

    Was bedeutet denn „Missionierung“ eigentlich?
    Es bedeutet doch auch, daß die Missionierer den anderen, den Nicht-Christen nicht akzeptieren, bestenfalls als „Geschöpf“ tolerieren.
    Die Christen von heute gehen nicht mehr mit Flamme und Schwert um ihren Glauben zu verbreiten, sie verbreiten jedoch (ungefragt!) den Glauben an „ihre Wahrheit“ (und dies ist in dieser Konsequenz auch nichts anderes als ein Machtanspruch) und strafen damit die „Wahrheit“ anderer mit Lüge.
    Muß ein aufrechter Jude (oder sonst wer) sich das bieten lassen?
    Kann denn ein Christ nicht akzeptieren, daß letztlich nur jeder einzelne Mensch „seine Wahrheit“ kennt, aber nicht die andere?
    Kann denn ein Christ nicht verstehen, daß wir Menschen einander nur durch Akzeptanz einer „gemeinsamen Wahrheit“ näher kommen können, aber niemals ganz verstehen können?
    Die „Wahrheit“, die dieser Christ meint, ist seine persönliche Auffassung von einer „ultimativen Wahrheit“, die er der vermeintlichen Ausrichtung seines Glaubens zuschreibt.
    Jedoch, diese „ultimative Wahrheit“, wer kennt sie?
    Gibt es einen Menschen der gleich steht mit Seinem Namen?
    Kann so ein Christ, der „die Wahrheit“ verkündet, einen nichtchristlichen (und alle die Glaubensrichtungen innerhalb der christlichen Glaubensmeinungsheit auch noch!) oder gar atheistischen Menschen akzeptieren?
    Ein Mensch, der glaubt die „Wahrheit-die einzige“ zu kennen blockiert seinen Zugang wenigstens einen Bruchteil dieser „einzigen Wahrheit“ wahr zu haben.

    Deshalb verstehe ich vielleicht auch Ramona Ambs Kritik und Ablehnung gegenüber „gewisser“ Christen (-Organisationen).
    Natürlich glaube ich, daß es Christen gibt, die andere Wahrheiten akzeptieren und die trotzdem mit ihrem eigenen Selbstbild zufrieden sind. Das ist gut, kein Problem, für niemand.

    Missionarischer Eifer ist mir ein Gräuel.
    Sie verblenden sich in ihrer Selbstherrlichkeit selbst, am Ende geht es nur um das „Spiel mit der Macht“ – im extremsten wird daraus: „ich bin stärker als du also habe ich recht!“
    Der Mensch selbst entscheidet „und fühlt“ ob er glaubt.
    Bekommt der Mensch eine Glaubensrichtung (oder Religion überhaupt) aufgedrängt, so „fühlt“ er nur den Schmerz, den dieser Vorgang verursacht, wie auch immer dieser geartet sein mag.
    Dann folgt ein „Lippenbekenntnis“, eine „Unterwerfung“ nur um des Friedens willen, nur um den Drängler loszuwerden.
    Das ist kein aufrechter Glaube! Und deshalb ist Missionieren ein Gräuel.

    Der von mir zitierte Christ schafft es jedoch, dem Ganzen (seiner Aussage) noch die Krone aufzusetzen. Seine Reaktion auf die vermeintliche „Christenfeindlichkeit“ einer Ramona Amps liest sich wie folgt:

    „Mal sehen, wer dann bei der nächsten Nahostkrise wieder – bzw. überhaupt noch – auf der Seite Israels steht.“

    So also entlarvt jener Christ seine Art von Nächstenliebe.
    (So, im übrigen, wird mir auch der Titel von Ramona Ambs Artikel um so verständlicher: „Wenn Christen zu sehr lieben…“)
    So also geht Liebe und Freundschaft: wenn du machst, was ich sage, dann liebe ich dich?
    Wenn dein Kind in die Windeln macht und einen fürchterlichen Geruch abgibt: hörst du dann auf dein Kind zu lieben, weil du diesen Geruch nicht haben willst?
    Wenn Ramona Ambs christliche Organisationen kritisiert, dann ist ganz Israel der Nächstenliebe eines Christen nicht mehr würdig?
    (Die Frage, wer die Christen überhaupt gerufen hat, sie darf ruhig in Klammern stehen?)

    Nun, es gibt Hoffnung. Die „Fixierung“ mancher Christen auf Israel ist verständlich: Jesus, Maria, Josef…
    Nächstenliebe ist keine Erfindung von Jesus, aber als aufrechter Jude predigte er sicherlich:
    Ahawat Jisrael!

    Ein kleines Nachwort speziell an „Wahrheit“, so., schreibt:
    „hagalil ???
    „Ist das nicht die kostenlose Psycho-Station und Droge von Romana Ambs, Jane etc. etc. etc.???“

    [Und im Falle, Jane liest das: Schalom!]

    Erstens, MondoPrinte hat schon passend darauf geantwortet, zweitens kurz noch zu „Psycho-Station & Jane“.
    Keine Ahnung, ob Jane religiös ist. Ansonsten ist Jane mir als Kritiker Israelischer Politik aufgefallen. Das ist legitim. Mir ist auch aufgefallen, daß Jane sich oft auf vermeintlich verlorenen Posten befindet, dabei teilweise übler Beschimpfung ausgesetzt ist, trotzdem aber stark in ihrer Sache bleibt. Das finde ich respektabel, ihre Einwände scheinen sachlich genug (über Quellenfundus läßt sich natürlich streiten), ihr Motiv scheint gut: für Menschenwürde.
    Aber gerade, was Jane (teilweise) unter dem Artikel von Ramona Amps kommentiert, finde ich sehr unterstützenswert
    (Zitate: „Ach wäre es schön, könnte man diese ganzen Fundis, ob nun christlich, jüdisch oder muslimisch auf den Mars torpedieren, wo sie dann einvernehmlich ihr Amargeddon austragen dürften…“ [-vorsicht: Satire!-Anm.],
    „was nichts daran ändert, dass es in allen Religionen auch Gläubige gibt, auf die all das gar nicht zutrifft [was „Gläubige“ eben so böses für gutes erklären, zB Mord, Anm.]– im Gegenteil – und die ihren Glauben so leben, dass er tatsächlich ein konstruktiver Beitrag zum Großen Ganzen darstellt.“,
    „…dass es grundsätzlich keinen Grund gibt, irgend jemanden auf Grund seiner Religionszugehörigkeit abschätzig zu begegnen.“
    und mehr davon…)

    Nu, ich denke, da kann sich so manch „nächstenliebender Christ“ ein Scheibchen von abschneiden.
    Nichts mit „Psycho-Station“ @Wahrheit; oder ein Finger vor, drei zurück?
    Nebenbei, dank auch an [„Psycho“] Hagalil!

    Jane, da bin ich mir ziemlich sicher, kann gerade auf meine Unterstützung verzichten, aber mir war danach [jetzt beginne ich auch schon zu missionieren!!?].

    Und weil es so schön noch mal paßt: soviel zu „der“ Wahrheit.

    (Ein Mann mit „psyche“, A.)

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  10. Im Gegenteil, Ramona Ambs deckt Parallelen in vermeintlich pro-israelischen wie vermeintlich pro-palestinaensischen Kampagnen christlicher Gruppen auf, die vor allem deswegen gefaehrlich sind, weil sie an die Stelle politischer Argumente und Loesungsstrategien, die zu einem friedlichen Ausgleich fuehren koennten ( den Christen doch eigentlich anstreben sollten, oder ?), den Konflikt vom Boden der Tatsachen auf eine Ebene des religioesen „Endkampfes“ ruecken. Den Einen sind die Palestinaenser Synonym fuer den Gekreuzigten, den Anderen der Inbegriff des Lindwurms „Antichrist“ (heisst er so?), der das irdische Jammertal nur noch eine handbreit vom ersehnten Juengsten Gericht trennt.
    Ja mei, was kann dagegen eine Verhandlungsloesung hermachen ? Waere nicht jede kompromissloesung geradezu Verrat, Schindluder an Wahrheit und Gerechtigkeit ???
    Dreiviertelkreuzigung gegen eine Verlaengerung im Weltenfinale ? Obzoen, oder?

    Vor solchen Freunden sollten sich Palestinaenser und Israelis in der Tat hueten.
    Wer wirklich fuer Frieden und einen gererechten Ausgleich eintreten will, kommt nicht an einer Verhandlungsloesung vorbei, die dem Besatzungsregime ein Ende setzt, die die politische Endmuendigung (und Verantwortungsfreiheit) der Palestinaenser zu Gunsten der Zweistaatenloesung beendet. Praktische Politik laesst sich eben Bislang nicht durch Gebete ersetzen. Falls doch, bitte, etwas mehr Stil, Poesie statt Recklinghauser Barock an die Front !

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