Antisemitische Israel-„Kritik“

Damit wir uns richtig verstehen. Israelkritik ist nicht immer antisemitisch – aber sie kann es sein. Hier eine Primärquelle (-man beachte auch und besonders den Kommentarbereich. Ich sag nur „Judenvertrag“), hier eine Sekundärquelle (, soll heißen: Hier wird von einem antisemitischen Vorfall berichtet) als Beleg. Ganz frisch. Ganz neu. Ganz relevant. Ganz und gar eklig…  Solche Äußerungen als Israel-„Kritik“ zu bezeichnen, ist eigentlich falsch – aus einem ähnlichen Grund, warum Broder, Wilders, PI und andere nicht wirklich als Islam-Kritiker bezeichnet werden sollten.

7 Gedanken zu “Antisemitische Israel-„Kritik“

  1. So ganz passt das aber nicht mit der Sekundärquelle. Auch wenn ich die Form des Protestes, jeden x-beliebigen dort etwas an die Mauer heften zu lassen, nicht gerade die beste Idee finde: den Hermann jetzt als Antisemiten darzustellen, das versuchen diejenigen, welche von der Unterdrückung der Palästinenser schweigen wollen, ja schon länger. EInfach mal einen Blick auf wikipedia würde ja genügen, um sich die nicht gerade unkomplizierte und von Rechtsstreitigkeiten begleitete Wahrheit etwas genauer anzuschauen.

    Wenn jetzt also jemand etwas an die Wand pinnt, was offen oder minder offen (wer von den dort Anwesenden kann denn schon wirklich hebräisch) antisemitisch ist, dann gehört natürlich sofort die ganze Mauer in den Müll getreten. So einfach? Mag ja sein, dass der Konflikt zu einseitig dargestellt ist und offen für die Palästinenser Seite ergreift. Das ist auch der Grund, warum Leute wie Broder ausrasten, wenn es um diese Mauer geht. Was hier versucht wird, ist doch dann wohl eher eine unangenehme Öffentlichkeitsdarstellung zum Schweigen zu bringen.

    Die Karrikatur ist übrigens von Latuff und zeigt meines Erachtens keinen „Juden“, sondern nutzt den Davidstern mit dem weißen Lätzchen auf blauem Pullover als Fahne Israels. Den Davidstern als Symbol Israels zu nutzen machen übrigens alle Karrikaturen, egal von welcher Seite aus sie kommen. Die Karrikatur setzt sich mit dem Phänomen auseinander, dass Israel im „Gaza-Krieg“ mehrere hundert Kinder ermordet hat. Nun zeig mir doch mal bitte, wo hier der Antisemitismus ist.

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    1. Nun ja, wenn Du dort die Fahne Israels erkennen willst, okay. Ich, mit vielem guten Willen, könnte das auch. Meines Erachtens tut der „Schöpfer“ des Bildes aber viel zu wenig, dass man die israelische Flagge auch als solche erkennt. Wer einfach nur den Davidstern erkennen möchte, tut dies auch.

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    2. Originalzitate des Innenministers der Hamas:

      On the first day of the war, Israel targeted police stations and 250 martyrs who were part of Hamas and the various factions fell.

      In addition, Hammad said, “about 200 to 300 were killed from the Qassam Brigades, as well as 150 security personnel.”

      Combining the higher of Hammad’s estimates for the Qassam Brigades, 300, with the 150 “security personnel” and the 250 policemen brings the total number of combatants killed by Israel to 700. Add in the fact that Israel also killed combatants from other organizations, like Islamic Jihad, and you’re already above the 709 people the Israel Defense Forces said it had definitely identified as combatants — that is, some of the 162 whose status the IDF couldn’t determine were (as it suspected) also combatants. Based on the IDF’s total casualty figure of 1,166, that means at least 61 percent of the Palestinian fatalities were combatants, and quite possibly more.

      http://www.commentarymagazine.com/blogs/index.php/evelyn-gordon/379742

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  2. Zur Primärquelle: wo ist denn der Antisemitismus des Artikels? Der Verweis auf den Kommentarbereich oder das Wort „Judenvertrag“ ist ein Nebenkriegsschauplatz. Das reicht nicht, um den Artikel als antisemitisch zu diffamieren.
    Wenn der Artikel antisemitisch war, dann war es der Brief von Helmut Schmidt, Richard v. Weizsäcker und diversen andere ehemaligen europäischen Staatsmmännern und -frauen wohl auch?
    http://www.20min.ch/news/ausland/story/Ex-Politiker-drohen-Israel-30646360
    Ist er deshalb in der deutschen Presse weitgehend totgeschwiegen worden, sogar in der ZEIT, für die Schmidt als Herausgeber fungiert?
    Zur Sekundärquelle: ja, die Karikatur ist nicht nett. Das muss und soll sie aber auch nicht sein. Denn nette Kritik wird (gerade von Israel) gerne übergangen und ignoriert. Sie darf (oder muss?) also provozieren, deshalb ist sie aber nicht antisemitisch. Die Karikatur bezieht sich ganz klar auf den Gaza-Krieg und der war nun mal noch sehr viel weniger als nett. Hier auf den Karikaturisten einzuprügeln (oder den, der sie verbreitet), heißt also wiedermal den Boten zu köpfen. Jedes andere Land müsste sich ähnlich scharfe Kritik gefallen lassen. Israel und seine Fans versuchen, sie mit einem Antisemitismusvorwurf zu diskreditieren und verkehren damit Ursache und Wirkung. Der Gaza-Krieg war das Verbrechen, und nicht eine Karikatur über die Mörder. Das ist also sehr verlogen, über eine Karikatur zu lamentieren und über die Kriegsverbrechen zu schweigen.
    Achtung, noch ne Karikatur:

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