Das größte Yerushalayim in der jüdischen Geschichte

Immerhin interessant, dass der Nahost-Friedensprozess nun offenbar auch von SpOn  als endgültig gegessen angesehen wird – jedenfalls könnte der Gebrauch der Vergangenheitsform in diesem Zusammenhang einen solchen Eindruck nahelegen. Aber nicht deshalb bin ich von den Socken. Worum es  eigentlich geht:

Geheimdokumente belegen das beispiellose Angebot: Im Nahost-Friedensprozess war die palästinensische Führung zu weit größeren Zugeständnissen bereit, als sie öffentlich erklärte. Die Regierung Abbas wollte auf Land verzichten, in dem israelische Siedler gebaut hatten, berichten „Al-Dschasira“ und „Guardian“.

Fast alle israelischen Siedlungen, gebaut seit 1967 in und um Jerusalem, würde man akzeptieren – so lautete das Angebot der Palästinenser. Zu diesem massiven Zugeständnis war die Regierung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas im Jahr 2008 bereit. Das belegen Geheimdokumente, wie der Fernsehsender „Al-Dschasira“ und die britische Zeitung „Guardian“ übereinstimmend berichten.

Die Zeitung berichtet von Tausenden Seiten vertraulicher Papiere, die mehr als ein Jahrzehnt der Verhandlungen zwischen Israelis, Amerikanern und Palästinensern dokumentieren, darunter zahlreiche vertrauliche Treffen. Demnach gelangte „Al-Dschasira“ an die Dokumente und gewährte den britischen Journalisten exklusiven Zugang zu dem Material. Der „Guardian“ nennt es „die größte Enthüllung vertraulicher Papiere in der Geschichte des Nahost-Konflikts„.

Demnach wurde das geheime Angebot zur Landnahme vom palästinensischen Chefunterhändler vorgetragen, als er sich mit amerikanischen und israelischen Vertretern traf. Den Berichten zufolge lautete es, Israel könne alle bis auf eine Siedlungen in Ostjerusalem annektieren. Der Unterhändler betonte demnach, dass Israel so das größte Jerusalem in der Geschichte bekomme. Der „Guardian“ berichtet, sowohl die USA als auch Israel hätten das Angebot aber als nicht ausreichend zurückgewiesen.

Hier noch weitere Informationen und eine Einschätzung von Richard Silverstein. Man fasst es nicht! Nicht nur Israels Intransingenz und Amerikas Unwilligkeit, die Rolle des (selbsternannten) fairen Maklers auch de facto einzunehmen, werden durch die Enthüllungen von Guardian und Al-Jazeera einmal mehr offenbar.

Im Hinblick auf Abbas‘ PA, die jetzt ein für alle Mal mit heruntergelassenen Hosen dasteht, darf eine Frage nicht ungestellt bleiben: Wer repräsentiert denn nun die Interessen der Palästinenser?

4 Gedanken zu “Das größte Yerushalayim in der jüdischen Geschichte

  1. Dass die PA dementiert ist selbstverständlich. Ehrlich gesagt passt aber die Sache nur zu gut ins Verhaltensmuster von Fayyad, Abbas und Co.

    All das sendet meiner Meinung nach ganz schlimme Signale an die palästinensische Bevölkerung. Offensichtlich kann man sich noch so sehr verbiegen, ein Frieden scheint am Verhandlungstisch unmöglich zu sein.
    Wenn man zudem schaut wie mit Aktivisten des gewaltlosen Widerstands umgegangen wird, dann dauert es nicht mehr lange und viele Palästinenser werden sich wieder dem bewaffneten Widerstand anschließen.

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