Tunesien und Ägypten: wieder mal „Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“?

„Stuff happens“, so lautete die verbale Reaktion des damaligen US-Kriegsministers Rumsfeld auf Plünderungen und Kunstraub in Bagdad anno 2003. „Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“, auf diese Weise umschrieb George W. Bush’s Außenministerin Condoleeza Rice, was Israel 2006 im Libanon anrichtete. Heute lässt ein Unionspolitiker namens Philip Mißfelder in Springers und Deutschlands Zentralpropagandaorgan verlauten:

„Wofür die Opposition in Ägypten eigentlich steht, ist derzeit völlig unklar. Es ist fraglich, ob nicht die Moslem-Bruderschaft oder andere Islamisten von den Protesten profitieren – und das Land in eine andere Richtung steuern, als wir es wünschen.“

Ob Neocons oder andere Konservative oder jedenfalls alle, die Demokratie predigen, aber Imperialismus  betreiben – die Proteste in Ägypten werden hierzulande viel zu häufig dargestellt  mit Begriffen wie Unruhen und Vandalismus umschrieben – sie alle erleben hier und heute möglicherweise ihr blaues Wunder. Man nennt es Demokratie. Stuff happens – aber wem? Und wer stöhnt heute über Geburtswehen?

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