Patrick Bahners

Ist es nun Ausweis eines besonders hohen – soll heißen, auf einwandfreie demokratische Gesinnung zurückzuführenden – Niveaus dieses Blattes, wenn im Feuilleton der FAZ nun auch und gerade das Gegenteil von dem, was Sarrazin repräsentiert, beworben und zum Einkauf freigegeben wird?

FAZ-Feuilleton-Mitarbeiter Patrick Bahners veröffentlicht am 19. Februar 2011 seine Streitschrift Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Und heute erschien als Aufmacher ein Vorabdruck in besagtem Blatt. Ich verabscheue Angebervokabeln aus dem Blogger-Milieu wie „Lesebefehl“, aber wenn es dieses Wort in der Tat geben soll, so sei es an dieser Stelle benutzt – zumindest indirekt, ich hasse Befehle – und die Lektüre des Artikels wärmstens empfohlen.

Ist das alles nun besonders demokratisch, besonders offenherzig, von der FAZ, dem Blatt für den niveaugewohnten Konservativen? Oder sollte es einen gruseln? Was von der Zeitung lesenden Öffentlichkeit als das Initiieren von Debatten verstanden werden soll – entpuppt es sich nicht allzu häufig als geschickte Reklame, und nichts Anderes? Ein ganz und gar nicht behaglicher Gedanke, oder?

5 Gedanken zu “Patrick Bahners

  1. Das, was die FAZ da macht, ist Meinungspluralismus innerhalb einer Zeitung. Mittlerweile ein Markenzeichen von FAZ, SZ, Spiegel und anderen, wohl um die Auflage zu erhöhen und eine gewisse Spannung im Blatt und beim Lesen zu erreichen. Wer die letzten zwei, drei Wochen die FAZ-Artikel zu Ägypten gelesen hat, wird feststellen, dass dort von den vier damit befassten Mitarbeitern hervorragender Journalismus geboten wurde, gestern beispielsweise der Hinweis der Artikel von Rainer Herrmann auf die Vorbilder der Bewegung des 6. April (Belgrad) und deren Strategien. Das hätte so in der konkret stehen können. Ein paar Seiten weiter wieder dumpfe neoliberale Propaganda.

    Außerdem brauchen die ihre Anzeigekunden.

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  2. Chic aber die Kommentare. Es ist ziemlich wurscht, was Bahners schreibt. Besonders gut war einer, in der die Autorin einen muslimischen Kommentator dazu auffordert, ihr doch mal zu erklären, wieso der Islam ihm überhaupt was bedeute, wo doch einige Suren im Koran zu lesen ausreiche, um zu wissen, dass das nichts ist. Klar, so betreibt man die aufgeklärte Textkritik, die man von den Muslimen ständig fordert. Interessante Psychologie, solche Aufforderung.

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